Chilbi
An der "Chilbi" (Kirchweih) führte der Knabe das Mädchen zum Tanz und trank mit ihr etwa eine "Halbe Gueten", dazu "e chli Sueßes", und begleitete seine Tänzerin gegen den Morgen nach Hause, wo sie ihm einen schwarzen Kaffee und e chli Kirsch oder "Brenz" (Tresterbranntwein) vorstellt. Die Mutter ging gewöhnlich bis zur Rückkehr ihres Meitli nicht ins Bett, sie "nickt" zum Scheine auf dem Choustbänkli; in Tat und Wahrheit aber machte sie die nicht immer unnötige Sittenpolizei, besonders wenn es noch zu keiner richtigen Verlobung gekommen war.
In früheren Jahren war es besonders die "Chilbi" von Wetzikon, die von den umliegenden Dörfern stark besucht war; es muss hie und da "chrutig" hergegangen sein, so dass deren Besuch bei schwerer Strafe verboten wurde. In den letzten Dezennien nimmt ihre Stelle der "Ustemermärt" ein, der indessen infolge des starken Anwachsens der Industriebevölkerung viel von seiner Urwüchsigkeit verloren hat und mehr zum Rendez-vous derselben geworden ist, während das bäuerliche Element mehr und mehr verschwindet.
("Aus alter Zeit. Die Jugendzeit.")