Feuerwehr-Museum
Brach eine Feuersbrunst aus, so wurde zuerst mit dem "Hörnli" oder "Fürhorn" gehornet, dann mit allen Glocken Sturm geläutet. Der "Fürlauf" oder "Fürreiter" wurde sofort avisiert und er ritt zu Pferd die nächste Gemeinde zu benachrichtigen und Hilfe zu holen. Dann wurden die hölzernen Handspritzen aus dem rot und weiß bemalten und mit entsprechenden Sprüchen versehenen "Sprützehüsli" hervorgeholt, auch die Schläuche und die Feuereimer. In langer Kette – vom nächstgelegenen Feuerweiher oder Bache – wurden die ledernen Feuereimer, mit Wasser gefüllt, von Hand zu Hand geboten und in das Spritzenreservoir entleert, von wo aus das Wasser in ähnlicher Weise, wie bei den heutigen Spritzen, durch das Wendrohr an den Feuerherd geleitet wurde. Gewöhnlich brannten die Gebäude bis auf die Brandmauern nieder und diese wurden nachträglich, bevor die Behörde (zum Abschätzen des Brandes) auf dem Platze erschien, mit langen "Fürhögge" (Feuerhacken) umgerissen oder eingestoßen, um einen möglichst grossen Schaden herauszuschlagen. Da half nun gerne jeder dem Andern, denn im ähnlichen Unglücksfalle konnte er auf gleiche Mithilfe zählen.
("Aus alter Zeit. Allerhand Lust und Leid das Jahr hindurch.")