Leichenzug
Dem Sarge einer männlichen Person folgten nach dem 'Leid' (nächsten Angehörigen) die teilnehmenden Männer, bei einer weiblichen Person zuerst die Frauen. Es war Brauch, dass aus jeder Familie jemand an einer Beerdigung teilnahm.
Sehr wurde darauf geachtet, ob der Leichenzug schön regelmäßig ging oder etwa "verzütteret", d.h. in aufgelösten Reihen. In letzterem Falle hiess es, es werde bald wieder einen Todesfall geben.
Manchmal hatte ein solcher Leichenzug eine weite Strecke bis zur Kirche und damit zum Friedhofe zurückzulegen – oft eine Stunde und mehr – und, da die Glocken nicht so lange geläutet werden konnten, so wurde mit dem Läuten ca. 10 MInuten vor Ankunft des Leichenzuges begonnen. Es hatte deshalb der Sigrist seine Boten ausgeschickt, die ihm mitteilten, wann der Zug eine bestimmte Stelle erreichte, worauf er mit dem Läuten begann.
("Aus alten Zeiten. Allerhald Lust und Leid das Jahr hindurch.")