SPOTT FÜR DIE PILGER
- TITEL DER GESCHICHTE: SPOTT FÜR DIE PILGER
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Die frommen Pilger waren im reformierten Zürcher Oberland nicht immer gern gesehen. Die hart arbeitenden Bauern hatten wenig Sinn für die scheinbare Zeitverschwendung. „Eisidler, was bringed er hei?“ spotteten sie, um die Antwort gleich selbst zu geben: „Lääri Seck und müedi Bei.“ Weil sich diese Art der Gastfreundschaft herumsprach, versuchten die Pilger, das Zürcher Gebiet nach Möglichkeit in einem Tag hinter sich zu lassen.
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Jakob Stutz (1801-1877) lässt sein Storchenegg-Anneli sagen: „Ach, s’isch eim grad, wie we mä z’Chile wär. / Lueg under säbe Tanne dert, / im Schatte sitzt e ganzes Gschäärli Pilger. / Mit ihrne Säcklene am ene Stäcke, müed und matt, die guete n arme Tröpf. / Was müends au us em Schwobeland / do here cho go bätte, wänn’s doch meined, / sie seied zäh mol besser weder mir, / Und gseht mä n’es doch am Gsicht, dass gwüss / So falsch sind wie de Hüehnerdieb.“
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„Letzte Woche kam ein fünfundachtzig Jahre altes Pilgerweibchen über das Hörnli. Als im jemand sein Erstaunen bezeugte, dass es als ein so betagtes Mütterchen noch einen so weiten Weg unternehme, gab es folgenden Aufschluss: In seiner Heimath, welche hundert Stunden von Einsiedeln, dem Wallfahrtsorte entfernt liege, sei das Dorf, worin es gewohnt, abgebrannt. Während sein Häuschen schon brannte, sei es in einem drei Stock hohen Zimmer gewesen; in seiner Todesangst habe es Gott gelobt, wenn er es errette, so wolle es noch einmal einen Wallfahrtsgang nach Mariaeinsideln tun. Da haben einige Männer lange Stangen hinauf an die Fenster seiner Wohnung gelehnt, woran hinabrutschend es sich habe retten können. - Eine fromme Erfüllung - nur schade, dass es nichts Nützlicheres zu geloben gewusst.“ (Tagebucheintrag von Jakob Senn im Leichacher, Steg, am 13. Mai 1850)
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Das „Haus zum Pilgersteg“ im Grundtal stammt aus dem Jahr 1854. Sein Tanzsaal wurde nach der Reformation der erste Gottesdienstraum für Katholiken aus Dürnten, Rüti und Wald.
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Die Fabriken brauchten Arbeiter – und mit den Neuzuzügern vor allem aus Italien verschob sich das konfessionelle Gewicht.
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Eine erste katholische Kirche wurde 1874 neben dem alten Ochsen gebaut. Die Inschrift zur hl. Margaretha ist noch zu sehen. Die heutige Kirche wurde erst 1927 errichtet.
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