ANLAGE UND ERÖFFNUNG
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Die Winterthurer Architekten Jung und Bridler gestalteten ein modifiziertes Pavillonsystem. Die Anlage mit mehreren Stockwerken und die Unterteilung in einzelne Krankenzimmer ermöglichten eine Beibehaltung der lufthygienischen Grundidee, die Patienten in möglichst alleinstehenden Gebäudeteilen voneinander zu trennen. Die Modifikation verkürzte allerdings die Wege und erwies sich im Krankenalltag als praktischer.
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Mit weiss getünchten Mauern und grünen Fensterläden, Holzwerk vor den Liegehallen, Schindeln am obersten Gebäudeteil und Schieferdach sollte das Gebäude bewusst einladend wirken. Ein Frauen- und ein Männer-Trakt war der strikten Geschlechtertrennung geschuldet. Im Mittelbau befanden sich Speisesaal, Verwaltung und Räumlichkeiten für den Arzt. Die Schweizerische Bauzeitschrift widmete dem Neubau eine ausführliche Betrachtung, die online nachzulesen ist.
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Elektrischen Strom gab es anfangs nicht. „Gerne hätte man die Anstalt elektrisch beleuchtet; allein die rege Industrie des Oberlands hat jedes benutzbare Wässerlein längst mit Beschlag belegt, und da man vom Petroleum seiner vielen Mängel wegen absah, führte man Acetylenbeleuchtung ein. Es ist ein prachtvolles Licht, das die Räume sonnenhell beleuchtet, hygienisch nicht von der Vollkommenheit des Glühlichtes, sonst aber jeder andern Beleuchtungsart vorzuziehen. Die Kosten sind leider sehr beträchtlich und die Bedienung der Apparate ist für den damit Betrauten nicht ganz ohne Gefahr.“
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Nicht nur Patienten kamen nach Wald. Auch das Personal trug dazu bei, dass die Aussenwacht Hittenberg mit der neuen Klinik wuchs.
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Seit 1716 gibt es in Hittenberg eine Nebenschule. Der Bevölkerungszuwachs durch das Sanatorium sicherte den Fortbestand. Schulbildung war aber auch ein Thema für die Kinder im Sanatorium selbst, die häufig monate- oder gar jahrelang bleiben mussten. Auch sie erhielten Schulunterricht. Die Lehrerin konnte im Sanatorium kostenlos wohnen und essen, wurde aber von der kantonalen Erziehungskommission bezahlt. Von 1908 an gab es auch eine fest angestellte Kindergärtnerin. Kein Mittel gab es gegen Heimweh: Die ursprünglich drei Besuchstage pro Woche wurden sogar reduziert.
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Von der notwendigen Verkehrsanbindung des Sanatoriums profitierte die ganze Aussenwacht.
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Klinikleiter Dr. Heinrich Staub war nicht nur von den medizinischen Fähigkeiten seiner Assistenzärztin begeistert. Zur Hochzeit der beiden überreichte die Aufsichtskommission eine Uhr im stolzen Wert von 450 Franken. 1915 übernahm das Paar die Direktion des Sanatoriums Clavadel in Davos, das damals noch nicht dem Kanton Zürich gehörte.
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Über Staubs Nachfolger wurden schnell Klagen laut. Hermann Müller untersuche mangelhaft, benehme sich taktlos und sei häufig abwesend. Müller hatte, offenbar aus Langeweile, unnötige Blinddarmoperationen durchgeführt. Seine Amtsführung sei so liederlich und gewissenlos, dass die Kranken ohne jede Disziplin seien, etwa ins Wirtshaus gingen und trinken würden. Die Gasthäuser „Lauf“ und „Bannholz“ boten sich dafür an. Um das Ehepaar Staub wieder nach Wald zu holen, wurde noch während der Kriegsnot mit dem Bau der grosszügigen Arztvilla begonnen. Ironischer Weise blieben die Staubs nur bis 1918, um erneut das Sanatrium Clavadel zu leiten.
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