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GESCHICHTEN. Bilderzählungen

WALDER UMEZÜG

  • TITEL DER GESCHICHTE: WALDER UMEZÜG
  • Teaser Image BG:
  • GESCHICHTEN-BILDER:
    • Image: WALDER UMEZÜG, Bildlegende:

      Die „Walder Umezüge“ zur Fasnachtszeit haben ihren Ursprung in den militärischen Tauglichkeitsprüfungen des 16. und 17. Jahrhunderts. Die wehrpflichtigen Männer der gesamten Gemeinde wurden zur Musterung im Dorf zusammengezogen. Dafür marschierten die einzelnen Gruppen von den Aussenwachten hinunter nach Wald.

    • Image: SPEKTAKEL FÜR JUGENDLICHE, Bildlegende:

      Jugendliche stellten diese Märsche in mehreren Oberländer Gemeinden nach. Angeführt von Hauptmann, Fähndrich und Leutnant zogen sie musizierend durchs Dorf, und für einen Zustupf böllerten sie Salut. Gehalten hat sich der alte Brauch nur in Wald und Fischental. Es gab allerdings auch kritische Stimmen: „... ob es nicht endlich an der Zeit wäre, diese veraltete Sitte oder nicht eher Unsitte, gänzlich abzuschaffen. Oder hat dieser Spektakel, dieses Schiessen, dieser eintönige Trommeln und Pfeifen auch nur den geringsten Wert?“ (Leserbrief im Volksblatt vom Bachtel, 1879).

    • Image: KOSTÜME UND REQUISITEN, Bildlegende:

      Die Beschaffung der Ausrüstung war mühsam. „Bei Anlass der Pariser Weltausstellung 1887 hat Seiler Hess um Stuck noch eine Anzahl neue Büsche [für Taschokkos und Schnitthüte] heimgebracht, seither wusste man nicht, wo man solche beziehen konnte“, berichtet die Walder Chronik.

    • Image: SICHER LÄRMEN, Bildlegende:

      Die heute verwendeten Draguner sind moderne Sonderanfertigungen aus dem Jahr 1981, ungefährlich in der Handhabung und ohne Rückstoss. Ein echter Kavallerist in früheren Zeiten hat in seinem ganzen Leben nicht so viele Schüsse abgegeben wie ein junger Schütze heute während eines einzigen Umzugs.

    • Image: MUSIKALISCHES TRAINING, Bildlegende:

      Das richtige Trommeln und Pfeifen will gelernt sein. Spätestens seit den 1990er Jahren sind die Knabenumzüge keine reinen Buben-Veranstaltungen mehr.

    • Image: MÄDCHEN FÜHREN AN, Bildlegende:

      Ohne Mädchen geht es nicht! Die Zeiten, in denen sich junge Menschen um die Teilnahme an einem der bis zu sechs Umzüge (die traditionell alle nach Wachten benannt sind) rissen, sind auch in Wald vorbei.

    • Image: ZUM MITPFEIFEN, Bildlegende:

      Gespielt wird in Wald der markante „Güntisberger“ oder Schlegelimarsch. Und selbstredend gilt ein strenges Reglement: „Beim sogenannten Spiel kommandiert der Hauptmann dem Umezug ‚Halt‘. Er lässt den Umezug gegen die Person schwenken, die eine Geldgabe gespendet hat. Der angefangene Marschteil wird fertig gespielt und anschliessend ein Wirbel getrommelt, auf dessen Ende der Leutnant sofort das Kommando ‚Feuer‘ gibt. Die Gaben werden vom Kassier jeweils mit Hornstössen dem Hauptmann gemeldet.“

    • Image: DIE RICHTIGE ROLLENVERTEILUNG, Bildlegende:

      Eine Schrift um 1900 beschreibt den Brauch folgendermassen: „De Hauptme goht näbet-noe und isch wönli en schöne, grosse Purscht. De Bieliträger (aber es hät nüd bi allne Umezüg en serige) sett echli gueti Bei ha. Als Fähneri nimmt mer gern echli en lange, als Chübler und Pfyfer serig, wo-n-es bitzeli meh Musigghör und Takt händ weder dis. Als Seckelmeister bruucht mer zwee tiftige Purschtli und als Schütze wackeri Puurebuebe. De Lütnant mues nüt Appartis sy, wänn er nur i de Ornig cha laufe.“