Gelebte Traditionen
Silvesterchläuse und Schnappesel
Man vermutet, dass das Silvesterchlausen von dem Heidnischen Brauch der Bescherung abstammt. Dieser fand jedoch früher nicht an Weihnachten, sondern zum Jahreswechsel statt und daraus wurde nach und nach das heutige Silvesterchlausen abgeleitet. Heute ist der Silvesterchlaus in Begleitung eines Schnappesels. Der Silvesterchlaus soll mit dem Klang der Glocken und seinem rhythmischen Tanz das Glück für das neue Jahr anlocken, der Schnappesel mit seinem Geklapper und dem wilden umher Rennen das Böse des alten Jahres vertreiben.
Trommeln, Pfeifen und Pulverdampf
Der uralte Brauch der Walder Umezüge geht zurück auf militärische Schiessinspektionen: Früher wurden die Männer aus den Aussenwachten zu diesen Musterungen ins Dorf befohlen. Zu einem «Umezug» gehören ein Spiel mit Trommler und Pfeifer, dazu ein Fahnenträger sowie Säckelmeister und Schützen. Angeführt wird die Gruppe durch einen Hauptmann und ein Leutnant ist für die Sicherheit verantwortlich. Waren es früher ausschliesslich Knaben der Oberstufe, welche die Umezüge bildeten, trifft man heute immer mehr Mädchen in den verschiedensten Funktionen.
SILVESTERCHLÄUSE
Den ganzen Silvestertag über sind in Wald die Glocken der Walder Silvesterchläuse zu hören. Wenn alle neun Chlaus-Paare abends in der Bahnhofstrasse zusammentreffen und spektakulär das Jahr ausläuten, ist das ein Pflichttermin für die Walder.
WÜRDIGE ERSCHEINUNG
Ein reich verzierter, bunter Umhang, weisse Strümpfe und ein Lichthut: Der Walder Silvesterchlaus ist eine würdige Erscheinung. Sein Glockenring bremst ihn etwas. Er wiegt bis zu 40 Kilogramm und entwickelt beim Tanz ordentliche Fliehkräfte. Anders als etwa in Urnäsch tragen die Walder Chläuse generell keine Masken.
SCHABERNACK MIT ESELKOPF
Der „Schnappesel“ als übermütiger Begleiter und Tanzpartner ist eine Schreckgestalt mit Pferd- oder Eselskopf. Die bewegliche Kinnlade klappert furchteinflössend. Das hölzern-dumpfe Schnappen ist ein eigentümlicher Klangkontrast zum Schellen der Chläuse.
FRÜHE BRÄUCHE & SITTEN
Früher begleiteten „Mehlhexen“ oder „Mehlfrauen“ den Silvesterchlaus. Die lehrten nicht nur die Kinder das Gruseln. Zunehmend verkleideten sich auch Auswärtige und bewarfen Passanten mit Mehl, bis man ihnen Geld gab. Die Walder beklagten sich über die „wieder einschleichende Unsitte der Fastnachts- und Klaustagsbettelei. Wer anders benutzt doch die Maske zum Betteln, als wer versichert ist, er würde ohne jene von Jedermann mit dem ‚Batz, Batz‘ tüchtig heimgeschickt werden?“
STRENGES REGLEMENT
Um 1860 gab es in verschiedenen Gemeinden des Zürcher Oberlandes Männer, die wochenlang von der Arbeit fernblieben – das Klausen war einfach lukrativer. Der Gemeinderat Wald schritt ein: Das Chlausen war nur noch am Silvestertag von 1.00 bis 6.00 Uhr abends gestattet. „Das in den letzten Jahren in sehr belästigender Art aufgetretene Betteln beim Neujahrswünschen ist strengstens verboten.“
SILVESTERCHLÄUSE
Den ganzen Silvestertag über sind in Wald die Glocken der Walder Silvesterchläuse zu hören. Wenn alle neun Chlaus-Paare abends in der Bahnhofstrasse zusammentreffen und spektakulär das Jahr ausläuten, ist das ein Pflichttermin für die Walder.
WÜRDIGE ERSCHEINUNG
Ein reich verzierter, bunter Umhang, weisse Strümpfe und ein Lichthut: Der Walder Silvesterchlaus ist eine würdige Erscheinung. Sein Glockenring bremst ihn etwas. Er wiegt bis zu 40 Kilogramm und entwickelt beim Tanz ordentliche Fliehkräfte. Anders als etwa in Urnäsch tragen die Walder Chläuse generell keine Masken.
SCHABERNACK MIT ESELKOPF
Der „Schnappesel“ als übermütiger Begleiter und Tanzpartner ist eine Schreckgestalt mit Pferd- oder Eselskopf. Die bewegliche Kinnlade klappert furchteinflössend. Das hölzern-dumpfe Schnappen ist ein eigentümlicher Klangkontrast zum Schellen der Chläuse.
FRÜHE BRÄUCHE & SITTEN
Früher begleiteten „Mehlhexen“ oder „Mehlfrauen“ den Silvesterchlaus. Die lehrten nicht nur die Kinder das Gruseln. Zunehmend verkleideten sich auch Auswärtige und bewarfen Passanten mit Mehl, bis man ihnen Geld gab. Die Walder beklagten sich über die „wieder einschleichende Unsitte der Fastnachts- und Klaustagsbettelei. Wer anders benutzt doch die Maske zum Betteln, als wer versichert ist, er würde ohne jene von Jedermann mit dem ‚Batz, Batz‘ tüchtig heimgeschickt werden?“
STRENGES REGLEMENT
Um 1860 gab es in verschiedenen Gemeinden des Zürcher Oberlandes Männer, die wochenlang von der Arbeit fernblieben – das Klausen war einfach lukrativer. Der Gemeinderat Wald schritt ein: Das Chlausen war nur noch am Silvestertag von 1.00 bis 6.00 Uhr abends gestattet. „Das in den letzten Jahren in sehr belästigender Art aufgetretene Betteln beim Neujahrswünschen ist strengstens verboten.“
WALDER UMEZÜG
Die „Walder Umezüge“ zur Fasnachtszeit haben ihren Ursprung in den militärischen Tauglichkeitsprüfungen des 16. und 17. Jahrhunderts. Die wehrpflichtigen Männer der gesamten Gemeinde wurden zur Musterung im Dorf zusammengezogen. Dafür marschierten die einzelnen Gruppen von den Aussenwachten hinunter nach Wald.
SPEKTAKEL FÜR JUGENDLICHE
Jugendliche stellten diese Märsche in mehreren Oberländer Gemeinden nach. Angeführt von Hauptmann, Fähndrich und Leutnant zogen sie musizierend durchs Dorf, und für einen Zustupf böllerten sie Salut. Gehalten hat sich der alte Brauch nur in Wald und Fischental. Es gab allerdings auch kritische Stimmen: „... ob es nicht endlich an der Zeit wäre, diese veraltete Sitte oder nicht eher Unsitte, gänzlich abzuschaffen. Oder hat dieser Spektakel, dieses Schiessen, dieser eintönige Trommeln und Pfeifen auch nur den geringsten Wert?“ (Leserbrief im Volksblatt vom Bachtel, 1879).
KOSTÜME UND REQUISITEN
Die Beschaffung der Ausrüstung war mühsam. „Bei Anlass der Pariser Weltausstellung 1887 hat Seiler Hess um Stuck noch eine Anzahl neue Büsche [für Taschokkos und Schnitthüte] heimgebracht, seither wusste man nicht, wo man solche beziehen konnte“, berichtet die Walder Chronik.
SICHER LÄRMEN
Die heute verwendeten Draguner sind moderne Sonderanfertigungen aus dem Jahr 1981, ungefährlich in der Handhabung und ohne Rückstoss. Ein echter Kavallerist in früheren Zeiten hat in seinem ganzen Leben nicht so viele Schüsse abgegeben wie ein junger Schütze heute während eines einzigen Umzugs.
MUSIKALISCHES TRAINING
Das richtige Trommeln und Pfeifen will gelernt sein. Spätestens seit den 1990er Jahren sind die Knabenumzüge keine reinen Buben-Veranstaltungen mehr.
MÄDCHEN FÜHREN AN
Ohne Mädchen geht es nicht! Die Zeiten, in denen sich junge Menschen um die Teilnahme an einem der bis zu sechs Umzüge (die traditionell alle nach Wachten benannt sind) rissen, sind auch in Wald vorbei.
ZUM MITPFEIFEN
Gespielt wird in Wald der markante „Güntisberger“ oder Schlegelimarsch. Und selbstredend gilt ein strenges Reglement: „Beim sogenannten Spiel kommandiert der Hauptmann dem Umezug ‚Halt‘. Er lässt den Umezug gegen die Person schwenken, die eine Geldgabe gespendet hat. Der angefangene Marschteil wird fertig gespielt und anschliessend ein Wirbel getrommelt, auf dessen Ende der Leutnant sofort das Kommando ‚Feuer‘ gibt. Die Gaben werden vom Kassier jeweils mit Hornstössen dem Hauptmann gemeldet.“
DIE RICHTIGE ROLLENVERTEILUNG
Eine Schrift um 1900 beschreibt den Brauch folgendermassen: „De Hauptme goht näbet-noe und isch wönli en schöne, grosse Purscht. De Bieliträger (aber es hät nüd bi allne Umezüg en serige) sett echli gueti Bei ha. Als Fähneri nimmt mer gern echli en lange, als Chübler und Pfyfer serig, wo-n-es bitzeli meh Musigghör und Takt händ weder dis. Als Seckelmeister bruucht mer zwee tiftige Purschtli und als Schütze wackeri Puurebuebe. De Lütnant mues nüt Appartis sy, wänn er nur i de Ornig cha laufe.“
WALDER UMEZÜG
Die „Walder Umezüge“ zur Fasnachtszeit haben ihren Ursprung in den militärischen Tauglichkeitsprüfungen des 16. und 17. Jahrhunderts. Die wehrpflichtigen Männer der gesamten Gemeinde wurden zur Musterung im Dorf zusammengezogen. Dafür marschierten die einzelnen Gruppen von den Aussenwachten hinunter nach Wald.
SPEKTAKEL FÜR JUGENDLICHE
Jugendliche stellten diese Märsche in mehreren Oberländer Gemeinden nach. Angeführt von Hauptmann, Fähndrich und Leutnant zogen sie musizierend durchs Dorf, und für einen Zustupf böllerten sie Salut. Gehalten hat sich der alte Brauch nur in Wald und Fischental. Es gab allerdings auch kritische Stimmen: „... ob es nicht endlich an der Zeit wäre, diese veraltete Sitte oder nicht eher Unsitte, gänzlich abzuschaffen. Oder hat dieser Spektakel, dieses Schiessen, dieser eintönige Trommeln und Pfeifen auch nur den geringsten Wert?“ (Leserbrief im Volksblatt vom Bachtel, 1879).
KOSTÜME UND REQUISITEN
Die Beschaffung der Ausrüstung war mühsam. „Bei Anlass der Pariser Weltausstellung 1887 hat Seiler Hess um Stuck noch eine Anzahl neue Büsche [für Taschokkos und Schnitthüte] heimgebracht, seither wusste man nicht, wo man solche beziehen konnte“, berichtet die Walder Chronik.
SICHER LÄRMEN
Die heute verwendeten Draguner sind moderne Sonderanfertigungen aus dem Jahr 1981, ungefährlich in der Handhabung und ohne Rückstoss. Ein echter Kavallerist in früheren Zeiten hat in seinem ganzen Leben nicht so viele Schüsse abgegeben wie ein junger Schütze heute während eines einzigen Umzugs.
MUSIKALISCHES TRAINING
Das richtige Trommeln und Pfeifen will gelernt sein. Spätestens seit den 1990er Jahren sind die Knabenumzüge keine reinen Buben-Veranstaltungen mehr.
MÄDCHEN FÜHREN AN
Ohne Mädchen geht es nicht! Die Zeiten, in denen sich junge Menschen um die Teilnahme an einem der bis zu sechs Umzüge (die traditionell alle nach Wachten benannt sind) rissen, sind auch in Wald vorbei.
ZUM MITPFEIFEN
Gespielt wird in Wald der markante „Güntisberger“ oder Schlegelimarsch. Und selbstredend gilt ein strenges Reglement: „Beim sogenannten Spiel kommandiert der Hauptmann dem Umezug ‚Halt‘. Er lässt den Umezug gegen die Person schwenken, die eine Geldgabe gespendet hat. Der angefangene Marschteil wird fertig gespielt und anschliessend ein Wirbel getrommelt, auf dessen Ende der Leutnant sofort das Kommando ‚Feuer‘ gibt. Die Gaben werden vom Kassier jeweils mit Hornstössen dem Hauptmann gemeldet.“
DIE RICHTIGE ROLLENVERTEILUNG
Eine Schrift um 1900 beschreibt den Brauch folgendermassen: „De Hauptme goht näbet-noe und isch wönli en schöne, grosse Purscht. De Bieliträger (aber es hät nüd bi allne Umezüg en serige) sett echli gueti Bei ha. Als Fähneri nimmt mer gern echli en lange, als Chübler und Pfyfer serig, wo-n-es bitzeli meh Musigghör und Takt händ weder dis. Als Seckelmeister bruucht mer zwee tiftige Purschtli und als Schütze wackeri Puurebuebe. De Lütnant mues nüt Appartis sy, wänn er nur i de Ornig cha laufe.“
WALDER SILVESTERCHLÄUSE
KLEINE GESCHENKE
Der Brauch wurde bereits zur Mitte des 19. Jahrhunderts gepflegt. Damals kannte man im Züri Oberland noch kein Weihnachtsfest mit Christbaum und Bescherung. Stattdessen brachte ein Chlaus in der Nacht auf Neujahr den Kindern Nüsse, Äpfel und kleine Geschenke.
LEUCHTENDE POESIE
Auf den Lichthüten sind unterschiedliche Sprüche zu lesen:
GUTER RATSCHLAG
„Wänn s’Bösi um die Hütte flüügt / Tue eifach d’Feischter zue / Und wänn dir s’Glück uf Bude stigt, / hock nüd verchehrt druf ue“
MEMENTO MORI-MELANCHOLIE
„Hüt sinkt scho wieder eis is Grab, / s isch grad, als würd's eim träume, / s fall Johr um Johr vom Läbe ab, / wie d Öpfel vo de Bäume.“
HOFFENTLICH
„Fahr wohl mit all dim Plunder / Alts Johr du bisch verbii, / mer hoffed s’gschäch es Wunder / s’neu wird viel besser sii.“
WALDER SILVESTERCHLÄUSE
KLEINE GESCHENKE
Der Brauch wurde bereits zur Mitte des 19. Jahrhunderts gepflegt. Damals kannte man im Züri Oberland noch kein Weihnachtsfest mit Christbaum und Bescherung. Stattdessen brachte ein Chlaus in der Nacht auf Neujahr den Kindern Nüsse, Äpfel und kleine Geschenke.
LEUCHTENDE POESIE
Auf den Lichthüten sind unterschiedliche Sprüche zu lesen:
GUTER RATSCHLAG
„Wänn s’Bösi um die Hütte flüügt / Tue eifach d’Feischter zue / Und wänn dir s’Glück uf Bude stigt, / hock nüd verchehrt druf ue“
MEMENTO MORI-MELANCHOLIE
„Hüt sinkt scho wieder eis is Grab, / s isch grad, als würd's eim träume, / s fall Johr um Johr vom Läbe ab, / wie d Öpfel vo de Bäume.“
HOFFENTLICH
„Fahr wohl mit all dim Plunder / Alts Johr du bisch verbii, / mer hoffed s’gschäch es Wunder / s’neu wird viel besser sii.“
REFORMEN UND REGELN
WALDER STEUERZAHLER
Ursprünglich musste jeder Teilnehmer auch nachweisen, dass er sämtliche Steuern bezahlt hatte.
EINSATZ NACH PLAN
Für die Chlauspaare gibt es minutiöse, vom Obmann erstellte Einsatzpläne. Viel Zeit zur gemütlichen Einkehr bleibt da nicht. Früher kam es immer wieder einmal vor, dass Chlauspaare nach allzu viel Alkoholgenuss in eher desolatem Zustand im Dorf ankamen.
PROSIT!
„Wänn s’Bösi um die Hütte flüügt / Tue eifach d’Feischter zue / Und wänn dir s’Glück uf Bude stigt, / hock nüd verchehrt druf ue“
REFORMEN UND REGELN
WALDER STEUERZAHLER
Ursprünglich musste jeder Teilnehmer auch nachweisen, dass er sämtliche Steuern bezahlt hatte.
EINSATZ NACH PLAN
Für die Chlauspaare gibt es minutiöse, vom Obmann erstellte Einsatzpläne. Viel Zeit zur gemütlichen Einkehr bleibt da nicht. Früher kam es immer wieder einmal vor, dass Chlauspaare nach allzu viel Alkoholgenuss in eher desolatem Zustand im Dorf ankamen.
PROSIT!
„Wänn s’Bösi um die Hütte flüügt / Tue eifach d’Feischter zue / Und wänn dir s’Glück uf Bude stigt, / hock nüd verchehrt druf ue“
SHOWDOWN AM SCHWERTPLATZ
Wenn sich die neun Chlauspaare abends am Bahnhof besammeln, um schliesslich gemeinsam durch die Bahnhofstrasse zu ziehen, dann haben sie einen detaillierten, strengen Einsatzplan hinter sich. Der Tag begann frühmorgens in einer der Aussenwachten. Verlinkt ist ein Dokumentarfilm vom besonders schneereichen Silvestertag 2014.
EIN BRAUCH FÜR ALLE
Die Chläuse laufen nicht nur von Haus zu Hof, sondern besuchen auch die Höhenklinik, Seniorenheime oder das Behindertenzentrum WABE.
APERO UNTER NACHBARN
Im Quartier Heferen trifft sich die ganze Nachbarschaft zum Apero, wenn sich der Weg von zwei Chlauspaaren kreuzt: ein fröhliches Fest auf der Strasse.
FISCH TRIFFT ESEL
Ein Auftritt im Hallenbad darf nicht fehlen. Vom sonst rigoros durchgesetzten Zwang zur Badebekleidung gibt es eine Ausnahme.
SHOWDOWN AM SCHWERTPLATZ
Wenn sich die neun Chlauspaare abends am Bahnhof besammeln, um schliesslich gemeinsam durch die Bahnhofstrasse zu ziehen, dann haben sie einen detaillierten, strengen Einsatzplan hinter sich. Der Tag begann frühmorgens in einer der Aussenwachten. Verlinkt ist ein Dokumentarfilm vom besonders schneereichen Silvestertag 2014.
EIN BRAUCH FÜR ALLE
Die Chläuse laufen nicht nur von Haus zu Hof, sondern besuchen auch die Höhenklinik, Seniorenheime oder das Behindertenzentrum WABE.
APERO UNTER NACHBARN
Im Quartier Heferen trifft sich die ganze Nachbarschaft zum Apero, wenn sich der Weg von zwei Chlauspaaren kreuzt: ein fröhliches Fest auf der Strasse.
FISCH TRIFFT ESEL
Ein Auftritt im Hallenbad darf nicht fehlen. Vom sonst rigoros durchgesetzten Zwang zur Badebekleidung gibt es eine Ausnahme.
TIRGGEL
Der Tirggel gehörte so selbstverständlich zu Wald, dass viele gar nichts Besonderes in ihm sahen. Dabei war Heinrich Honegger der weltweit letzte handwerkliche Tirggel-Bäcker. Bis er 2018 sein Geschäft auflöste und das geheime Rezept an die Zürcher Stiftung St. Jakob übertrug. Die Walder Heimet 254 ist ganz dem Tirggel gewidmet..
TIRGGEL
Der Tirggel ist eine Süssigkeit für Kenner, gebacken aus einem Honigteig ohne Triebmittel. „Der Feinschmecker bricht ein Stück ab, das nicht zu gross, nicht zu klein sein darf; das trölt er im Munde, und seine Zunge geht mit dem Tirggelsplitter um wie ein Brautwerber mit der Schwiegermutter: Das ist ein Einwickeln und Umwenden, ein Befühlen und ein Abtasten! Der Tirggel öffnet sein Innerstes nicht auf den ersten Zahnhieb; erst nach und nach löst er sich und es dauert eine Zeit, bis er seinen wahren Charakter, seine Vorzüge und seinen Wert offenbart. Er ist ein Gebäck, das mehr mit der Zungenspitze als den Zähnen gegessen werden will, aber dann entdeckt man, dass auf dem Grund seiner puritanischen Nüchternheit Honiggeschmack liegt.“ (Edwin Arnet)
APERO UNTER NACHBARN
Die Redensart „Er hät en Tirggel“ bedeutet so viel wie: Er hat einen sitzen. Sie stammt aus einer Zeit, als jede Zürcher Zunft Tirggel mit ihrem Wappen an ihren Versammlungen als „Bhaltis“ ausgaben. Kam ein Zünfter mit dem Tirggel als Trophäe spät nach Hause, war das Zeichen genug, dass er wohl auch nicht mehr ganz nüchtern war.
TIRGGEL
Der Tirggel gehörte so selbstverständlich zu Wald, dass viele gar nichts Besonderes in ihm sahen. Dabei war Heinrich Honegger der weltweit letzte handwerkliche Tirggel-Bäcker. Bis er 2018 sein Geschäft auflöste und das geheime Rezept an die Zürcher Stiftung St. Jakob übertrug. Die Walder Heimet 254 ist ganz dem Tirggel gewidmet..
TIRGGEL
Der Tirggel ist eine Süssigkeit für Kenner, gebacken aus einem Honigteig ohne Triebmittel. „Der Feinschmecker bricht ein Stück ab, das nicht zu gross, nicht zu klein sein darf; das trölt er im Munde, und seine Zunge geht mit dem Tirggelsplitter um wie ein Brautwerber mit der Schwiegermutter: Das ist ein Einwickeln und Umwenden, ein Befühlen und ein Abtasten! Der Tirggel öffnet sein Innerstes nicht auf den ersten Zahnhieb; erst nach und nach löst er sich und es dauert eine Zeit, bis er seinen wahren Charakter, seine Vorzüge und seinen Wert offenbart. Er ist ein Gebäck, das mehr mit der Zungenspitze als den Zähnen gegessen werden will, aber dann entdeckt man, dass auf dem Grund seiner puritanischen Nüchternheit Honiggeschmack liegt.“ (Edwin Arnet)
APERO UNTER NACHBARN
Die Redensart „Er hät en Tirggel“ bedeutet so viel wie: Er hat einen sitzen. Sie stammt aus einer Zeit, als jede Zürcher Zunft Tirggel mit ihrem Wappen an ihren Versammlungen als „Bhaltis“ ausgaben. Kam ein Zünfter mit dem Tirggel als Trophäe spät nach Hause, war das Zeichen genug, dass er wohl auch nicht mehr ganz nüchtern war.
TIRGGEL
Die Zutatenliste ist kurz; beim Tirggel kommt es auf das Wie an. Mehl, Zuckerwasser, Honig werden zu einem festen Teig verrührt. Der Honig stammt aus Zentalamerika: Es braucht besonders kräftiges Aroma, das sich während des Backens nicht verflüchtigt. Der Teig ruht eine Nacht...
TIRGGEL
..bevor er von Hand zugeschnitten und mit der Maschine ausgerollt wird.
TIRGGEL
Präzision ist alles. Schliesslich muss der Teig perfekt die Reliefmotive der Holzmodeln aufnehmen: dünn genug, so dass man das Gebäck später gegen das Licht halten kann.
TIRGGEL
Der Teig wird auf die Holznegative aufgebracht. Mehr als 800 Motive hatte der Tirggel-Beck – eine Sammlung, die bis auf die ersten Tirggel-Bäcker Walds zurück geht.
TIRGGEL
Ein Tirggel wird nicht gemacht – er wird „geboren“: In die runden Tirggel-Modeln muss der Teig buchstäblich mit Fingerspitzengefühl geknetet werden. Für die grossen Vorlagen gibt es Hilfsmittel.
TIRGGEL
Nachdem der Teig noch einmal ruht und antrocknet, ist der Tirggel bereit fürs Finish...
TIRGGEL
Die grosse Kunst ist, im Ofen bei mehr als 400 Grad Oberhitze die perfekte Bräunung herzustellen.
TIRGGEL
Die Zutatenliste ist kurz; beim Tirggel kommt es auf das Wie an. Mehl, Zuckerwasser, Honig werden zu einem festen Teig verrührt. Der Honig stammt aus Zentalamerika: Es braucht besonders kräftiges Aroma, das sich während des Backens nicht verflüchtigt. Der Teig ruht eine Nacht...
TIRGGEL
..bevor er von Hand zugeschnitten und mit der Maschine ausgerollt wird.
TIRGGEL
Präzision ist alles. Schliesslich muss der Teig perfekt die Reliefmotive der Holzmodeln aufnehmen: dünn genug, so dass man das Gebäck später gegen das Licht halten kann.
TIRGGEL
Der Teig wird auf die Holznegative aufgebracht. Mehr als 800 Motive hatte der Tirggel-Beck – eine Sammlung, die bis auf die ersten Tirggel-Bäcker Walds zurück geht.
TIRGGEL
Ein Tirggel wird nicht gemacht – er wird „geboren“: In die runden Tirggel-Modeln muss der Teig buchstäblich mit Fingerspitzengefühl geknetet werden. Für die grossen Vorlagen gibt es Hilfsmittel.
TIRGGEL
Nachdem der Teig noch einmal ruht und antrocknet, ist der Tirggel bereit fürs Finish...
TIRGGEL
Die grosse Kunst ist, im Ofen bei mehr als 400 Grad Oberhitze die perfekte Bräunung herzustellen.