8636 Wald ZH
Wald im Kanton Zürich hat eine reiche Geschichte. Erstmals urkundlich erwähnt im 12. Jahrhundert, entwickelte sich das Dorf im Mittelalter dank Landwirtschaft und Handwerk. Später spielte die Textilindustrie eine wichtige Rolle. Heute ist Wald eine lebendige Gemeinde mit vielfältigen Aktivitäten und historischem Charme.
WO LIEGT WALD?
Wenn der Nebel wieder auf dem Zürichsee sitzt, ist die Antwort eigentlich immer eindeutig. Wald liegt in der Sonne!
47°16'N 8°54'O
Die GPS-Koordinaten führen ins Zürcher Oberland: Wald liegt in einer Talmulde, umgeben von seinen Aussenwachten. Die Stadt Zürich ist in Griffnähe und doch gleichzeitig weit genug entfernt. Hinunter an den Zürisee nach Rapperswil ist es ein Katzensprung. Und der Blick in die Alpen? Unbezahlbar.
WALDER GESICHTER: MIA SMIT
IN GRUND GEFRÄST
Wald liegt im Zürcher Oberland. Die Landschaft entstand, als sich das Meer (das noch bis zu den Alpen reichte) allmählich zurückzog und sich Bäche und Rinnsale in den Nagelfluhboden gruben. Bergspitzen wie Bachtel, Scheidegg, Hörnli und Schnebelhorn markieren das ursprüngliche Bodenniveau.
LINTHGLETSCHER
Während der Eiszeit stiess der Linthgletscher bis ins Zürcher Oberland vor und lagerte Schutt ab. Übrig geblieben sind Moränen und Findlinge.
GRÖSSER ALS MAN DENKT
Wald schmiegt sich in eines dieser Täler. Die gut 10‘000 Einwohner würde man hier nicht auf den ersten Blick vermuten. Aber Wald ist mehr als der Dorfkern: Seine Aussenwachten flankieren ihn entlang der Stufenlandschaft. Ihr nach wie vor eigenständiger Charakter trägt wesentlich zur Walder Vielfalt und Vielstimmigkeit bei.
1897
Wald zum Ende des 19. Jahrhunderts: Textilfabriken samt Arbeiterwohnungen prägen das Bild. Beim Vergleich mit aktuellen Aufnahmen zeigt sich, wie stark der historische Baubestand erhalten wurde. Zur zeitlichen Einordnung des Bildes geben die Dampfbahn sowie der spitze Kirchturm Hinweise. Die kleinere katholische Kirche ist noch nicht gebaut.
WALD WÄCHST
Die Eisenbahn bedeutete den Anschluss Walds an die grosse Welt. Bei seiner Einweihung stand der Bahnhof allerdings noch weit ausserhalb des Dorfes. Aber das ist eine eigene Geschichte...
Das Dorf um 1900
Der Textilindustrie verdankt Wald den schnellen Aufstieg zum „Manchester der Schweiz“. Ein hoch aufragender Kirchturm anstelle der bescheidenen Käsbisse – darin manifestierte sich das neue Selbstbewusstsein.
WO LIEGT WALD?
Wenn der Nebel wieder auf dem Zürichsee sitzt, ist die Antwort eigentlich immer eindeutig. Wald liegt in der Sonne!
47°16'N 8°54'O
Die GPS-Koordinaten führen ins Zürcher Oberland: Wald liegt in einer Talmulde, umgeben von seinen Aussenwachten. Die Stadt Zürich ist in Griffnähe und doch gleichzeitig weit genug entfernt. Hinunter an den Zürisee nach Rapperswil ist es ein Katzensprung. Und der Blick in die Alpen? Unbezahlbar.
WALDER GESICHTER: MIA SMIT
IN GRUND GEFRÄST
Wald liegt im Zürcher Oberland. Die Landschaft entstand, als sich das Meer (das noch bis zu den Alpen reichte) allmählich zurückzog und sich Bäche und Rinnsale in den Nagelfluhboden gruben. Bergspitzen wie Bachtel, Scheidegg, Hörnli und Schnebelhorn markieren das ursprüngliche Bodenniveau.
LINTHGLETSCHER
Während der Eiszeit stiess der Linthgletscher bis ins Zürcher Oberland vor und lagerte Schutt ab. Übrig geblieben sind Moränen und Findlinge.
GRÖSSER ALS MAN DENKT
Wald schmiegt sich in eines dieser Täler. Die gut 10‘000 Einwohner würde man hier nicht auf den ersten Blick vermuten. Aber Wald ist mehr als der Dorfkern: Seine Aussenwachten flankieren ihn entlang der Stufenlandschaft. Ihr nach wie vor eigenständiger Charakter trägt wesentlich zur Walder Vielfalt und Vielstimmigkeit bei.
1897
Wald zum Ende des 19. Jahrhunderts: Textilfabriken samt Arbeiterwohnungen prägen das Bild. Beim Vergleich mit aktuellen Aufnahmen zeigt sich, wie stark der historische Baubestand erhalten wurde. Zur zeitlichen Einordnung des Bildes geben die Dampfbahn sowie der spitze Kirchturm Hinweise. Die kleinere katholische Kirche ist noch nicht gebaut.
WALD WÄCHST
Die Eisenbahn bedeutete den Anschluss Walds an die grosse Welt. Bei seiner Einweihung stand der Bahnhof allerdings noch weit ausserhalb des Dorfes. Aber das ist eine eigene Geschichte...
Das Dorf um 1900
Der Textilindustrie verdankt Wald den schnellen Aufstieg zum „Manchester der Schweiz“. Ein hoch aufragender Kirchturm anstelle der bescheidenen Käsbisse – darin manifestierte sich das neue Selbstbewusstsein.
WALDER LANDSCHAFT: WASSER
Die spezielle Landschaft hat die hier lebenden Menschen – und damit auch die Geschichte Walds – von Anfang an stark geprägt. Drei Merkmale waren immer wieder Herausforderung und Wohlstandsfaktor: Erstens das Wasser der vielen Quellen und Bäche...
WALDER LANDSCHAFT: HOLZ
...zweitens der Wald: wertvoller Rohstofflieferant, der aber gleichzeitig grosse Teile des Geländes nur schwer zugänglich macht...
WALDER LANDSCHAFT: HÜGEL
...drittens schliesslich die Hügel. Sie boten Schutz und optimale Sonnenausbeute. Der Preis dafür war (und ist noch immer) ein grosser Aufwand für Bebauung und Pflege.
WALDER LANDSCHAFT: WASSER
Die spezielle Landschaft hat die hier lebenden Menschen – und damit auch die Geschichte Walds – von Anfang an stark geprägt. Drei Merkmale waren immer wieder Herausforderung und Wohlstandsfaktor: Erstens das Wasser der vielen Quellen und Bäche...
WALDER LANDSCHAFT: HOLZ
...zweitens der Wald: wertvoller Rohstofflieferant, der aber gleichzeitig grosse Teile des Geländes nur schwer zugänglich macht...
WALDER LANDSCHAFT: HÜGEL
...drittens schliesslich die Hügel. Sie boten Schutz und optimale Sonnenausbeute. Der Preis dafür war (und ist noch immer) ein grosser Aufwand für Bebauung und Pflege.
ERSTE SIEDLUNG
Rund um Wald gab es bereits im 9. Jahrhundert Siedlungen. „Ich in Gottes Namen OTRAM übergebe und vermache zu meinem und meiner Eltern Seelenheil an das Kloster St. Gallen was ich gegenwärtig im Dorfe Rickenbach genannt und in allen seinen Gemarkungen an Eigentum besitze, alles das soll samt und sonders übergeben sein...“ Diese Stiftungsurkunde vom 13. Mai 820 ist das erste schriftliche Zeugnis Walds. Das heutige Dorf war spätestens 1217 besiedelt.
HOF WALD
Als so genannte freie Gotteshausleute des Klosters Schänis waren die Menschen vom „Hof Wald“ den des Klosters unterstellt: zuerst den Grafen von Kyburg, von 1264 an den Habsburgern. Dabei führten die Walder ein durchaus angenehmes Leben: Kriegsdienst dauerte höchstens einen Tag. Am Morgen rückten sie aus, spätestens bei Sonnenuntergang kehrten sie heim. Ende des 14. Jahrhunderts erlaubte Schänis die Zuteilung Walds zu Grüningen. 1408 erfolgte zusammen mit Grüningen die Verpfändung an die Stadt Zürich.
RODUNGEN
Seinen Ursprung nimmt Wald eine Etage über dem heutigen Dorf. Auf den Hügelterrassen beginnen die ersten Siedler Land zu roden. So entstehen die Aussenwachten. Erst mit dem Marktrecht 1621 erfährt die Dorfwacht einen entscheidenden Aufschwung.
BURGSTELLEN
Entlang dieser Terrassen gab es eine Reihe von kleinen befestigten Burganlagen. Von den Burgstellen Ballikon und Batzberg sind heute noch Überreste zu sehen.
ERSTE SIEDLUNG
Rund um Wald gab es bereits im 9. Jahrhundert Siedlungen. „Ich in Gottes Namen OTRAM übergebe und vermache zu meinem und meiner Eltern Seelenheil an das Kloster St. Gallen was ich gegenwärtig im Dorfe Rickenbach genannt und in allen seinen Gemarkungen an Eigentum besitze, alles das soll samt und sonders übergeben sein...“ Diese Stiftungsurkunde vom 13. Mai 820 ist das erste schriftliche Zeugnis Walds. Das heutige Dorf war spätestens 1217 besiedelt.
HOF WALD
Als so genannte freie Gotteshausleute des Klosters Schänis waren die Menschen vom „Hof Wald“ den des Klosters unterstellt: zuerst den Grafen von Kyburg, von 1264 an den Habsburgern. Dabei führten die Walder ein durchaus angenehmes Leben: Kriegsdienst dauerte höchstens einen Tag. Am Morgen rückten sie aus, spätestens bei Sonnenuntergang kehrten sie heim. Ende des 14. Jahrhunderts erlaubte Schänis die Zuteilung Walds zu Grüningen. 1408 erfolgte zusammen mit Grüningen die Verpfändung an die Stadt Zürich.
RODUNGEN
Seinen Ursprung nimmt Wald eine Etage über dem heutigen Dorf. Auf den Hügelterrassen beginnen die ersten Siedler Land zu roden. So entstehen die Aussenwachten. Erst mit dem Marktrecht 1621 erfährt die Dorfwacht einen entscheidenden Aufschwung.
BURGSTELLEN
Entlang dieser Terrassen gab es eine Reihe von kleinen befestigten Burganlagen. Von den Burgstellen Ballikon und Batzberg sind heute noch Überreste zu sehen.
FRÜHE HEIMARBEIT
Schon um 1350 wurde in Wald nachweislich Wolle aus Mesopotamien verarbeitet. Kaufleute importierten sie aus Venedig. Die fertigen Produkte wiederum wurden bis nach Holland vertrieben.
DIE FRAUEN BRINGEN'S
"Drei Unterröck sind mehr wert als sechs Hosenbei": Diese Walder Lebensweisheit wurde zur sprichwörtlichen Redensart. Sie beschreibt nicht nur, wie unentbehrlich die Frauen in den meist bäuerlichen Familien waren. Sondern auch, wie entscheidend sie durch die textile Heimarbeit zum Lebensunterhalt beitrugen.
ALLE SPINNEN
Die Summe macht's: Im gesamten Zürcher Oberland gab es 1.000 Spinner.
FRÜHE HEIMARBEIT
Schon um 1350 wurde in Wald nachweislich Wolle aus Mesopotamien verarbeitet. Kaufleute importierten sie aus Venedig. Die fertigen Produkte wiederum wurden bis nach Holland vertrieben.
DIE FRAUEN BRINGEN'S
"Drei Unterröck sind mehr wert als sechs Hosenbei": Diese Walder Lebensweisheit wurde zur sprichwörtlichen Redensart. Sie beschreibt nicht nur, wie unentbehrlich die Frauen in den meist bäuerlichen Familien waren. Sondern auch, wie entscheidend sie durch die textile Heimarbeit zum Lebensunterhalt beitrugen.
ALLE SPINNEN
Die Summe macht's: Im gesamten Zürcher Oberland gab es 1.000 Spinner.
AUFSCHWUNG MIT DEM MARKTRECHT
Wald erhält 1621 das Marktrecht. Vom 10. Oktober datiert die Urkunde, „nach welcher unsere grändigen Herren und Oberen, Burgermeister und Rat der Stadt Zürich ihren getreuen, lieben Untertanen im Hof Wald in ihrer Herrschaft Grüningen, auf ihr untertäniges Anhalten und Bitten um ihrer, wie auch ihrer Nachbarn besserer Kommlichkeit, Nutzens und Gelegenheit willn, gnädiglich hinfür alle Donnerstag daselbst im Dorf einen freien offenen Wochenmarkt zu halten und gebrauchen, auch alte Rechte und Freiheiten, wie andere dergleichen Märkte im Kaufen und Verkaufen, gewähren“.
WALD WIRD ZUM HANDELSPLATZ
Der Walder Markt sei in erster Linie ein Garnmarkt, behaupteten die Nachbarn in Grüningen...
GARN, KORN & FLEISCH
... aber auch landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Getreide und Fleisch wurden gehandelt.
ÜBER GRENZEN
Dass das Marktrecht nicht Rüti oder Wetzikon verliehen wurde, ist ein Hinweis darauf, dass Wald bereits bestehende Handelsbeziehungen über die Kantonsgrenzen hinaus etabliert hatte, etwa nach Uznach oder Lichtensteig.
GRAUENHAFTE WEGE
Man darf nicht vergessen, dass die Verkehrverbindungen zwischen den Orten denkbar unterentwickelt waren. Die Aussenwachten und umliegenden Gemeinden klagen, dass die Wege nach Wald "durch förchterliche Töbel gar schreckliche" seien. Das Grundtal etwa wird erst in den 1840-er Jahren für den Verkehr erschlossen.
ALLES UNTER KONTROLLE
Marktrecht heisst gleichzeitig Marktpflicht. Das bedeutete auch, dass das Flachsgarn nicht mehr von den Flachsgremplern an den Höfen aufgekauft werden konnte. Statt dessen musste alles auf dem Markt gehandelt werden - ordentlich gewogen und auch verzollt.
MARKT ALS MOTOR
Der wöchentliche Markt machte Wald zu einem kleinen Zentrum mit einem steigendem Bedarf an Dienstleistungen. In der Folge siedelten sich mehr und mehr Handwerker im Dorf an.
AUFSCHWUNG MIT DEM MARKTRECHT
Wald erhält 1621 das Marktrecht. Vom 10. Oktober datiert die Urkunde, „nach welcher unsere grändigen Herren und Oberen, Burgermeister und Rat der Stadt Zürich ihren getreuen, lieben Untertanen im Hof Wald in ihrer Herrschaft Grüningen, auf ihr untertäniges Anhalten und Bitten um ihrer, wie auch ihrer Nachbarn besserer Kommlichkeit, Nutzens und Gelegenheit willn, gnädiglich hinfür alle Donnerstag daselbst im Dorf einen freien offenen Wochenmarkt zu halten und gebrauchen, auch alte Rechte und Freiheiten, wie andere dergleichen Märkte im Kaufen und Verkaufen, gewähren“.
WALD WIRD ZUM HANDELSPLATZ
Der Walder Markt sei in erster Linie ein Garnmarkt, behaupteten die Nachbarn in Grüningen...
GARN, KORN & FLEISCH
... aber auch landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Getreide und Fleisch wurden gehandelt.
ÜBER GRENZEN
Dass das Marktrecht nicht Rüti oder Wetzikon verliehen wurde, ist ein Hinweis darauf, dass Wald bereits bestehende Handelsbeziehungen über die Kantonsgrenzen hinaus etabliert hatte, etwa nach Uznach oder Lichtensteig.
GRAUENHAFTE WEGE
Man darf nicht vergessen, dass die Verkehrverbindungen zwischen den Orten denkbar unterentwickelt waren. Die Aussenwachten und umliegenden Gemeinden klagen, dass die Wege nach Wald "durch förchterliche Töbel gar schreckliche" seien. Das Grundtal etwa wird erst in den 1840-er Jahren für den Verkehr erschlossen.
ALLES UNTER KONTROLLE
Marktrecht heisst gleichzeitig Marktpflicht. Das bedeutete auch, dass das Flachsgarn nicht mehr von den Flachsgremplern an den Höfen aufgekauft werden konnte. Statt dessen musste alles auf dem Markt gehandelt werden - ordentlich gewogen und auch verzollt.
MARKT ALS MOTOR
Der wöchentliche Markt machte Wald zu einem kleinen Zentrum mit einem steigendem Bedarf an Dienstleistungen. In der Folge siedelten sich mehr und mehr Handwerker im Dorf an.
HEIMARBEIT UND MECHANISIERUNG
In Heimarbeit sponnen die Bauern zunächst Garn. Später woben sie Textilien an hölzernen Webstühlen. Das war nicht nur in Wald so: Die Heimweberei entwickelte sich zum europäischen Massenphänomen. Erst mechanische Spinnereien und später mechanische Webstühle führten zu einer raschen Industrialisierung, die eine gewaltige soziale Umschichtung mit sich brachte.
ERSTE BLÜTEZEIT
Etwa zwischen 1750 und 1820 erlebte die Heimweberei ihre Blütezeit. Doch die Verbesserung der Maschinen schritt unweigerlich fort und ermöglichte schliesslich den industriellen Einsatz.
GARN, KORN & FLEISCH
Heimindustrie ist ein europäisches Phänomen. Die Karte zeigt die Verbreitung im Kanton Zürich zum Ende des 18. Jahrhunderts: Je dunkler die Fläche, desto mehr Baumwollspinner arbeiteten zuhause. In manchen Gemeinde waren das bis zu 1'500 Personen. Unnötig darauf hinzuweisen, dass sich Wald im dunkelblau eingefärbten Kartenteil befindet.
ZÜRCHER ZÜNFTE
Die dominierende Rolle der Zürcher Zünfte führt zu wachsenden Konflikten und zur Ustertag 1830 eine Änderung der Verhältnisse.
STADT UND LAND
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wuchs die Landbevölkerung sehr stark. Zum Vergleich: Die Stadt Zürich war damals gerade einmal viermal grösser als die Gemeinde Wald. Dennoch war alle Macht in der Stadt gebündelt. Das Zürcher Fabrikmandat schrieb vor, dass alle Verarbeitung von Wolle, Baumwolle und Seide nur durch Stadtbürger aufs Land vergeben werden durften. 1787 waren im Dienst städtischer Firmen rund 40'000 Menschen auf dem Land mit Spinnen und Weben beschäftigt.
DER JAHRHUNDERTWECHSEL
Die Schlachten von Zürich 1799 brachten nicht nur Hunger und Not, sondern auch wechselnde Staatsformen. Nach der zweiten Schlacht fiel das Gebiet der Alten Eidgenossenschaft kurze Zeit unter französische Hoheit.
DIE ZUKUNFT VERHINDERN
Mit dem Ustertag 1830 erkämpft sich die Landbevölkerung eine grössere Unabhängigkeit von der Stadt Zürich. Der Usterbrand zwei Jahre später war ein verzweifelter Maschinensturm, der die Mechanisierung nicht aufhalten konnte.
NEUE WEGE GEHEN
Junge Bauern wie der Walder Jakob Oberholzer erkennen die Gunst der Stunde und organisieren als Fergger die Verbindung zwischen Heimarbeitern und Textilhändlern. Sie verdienen ihr Geld nicht mehr in der handwerklichen Verarbeitung, sondern sind Pioniere eines frühindustriellen Verlagswesens.
WALDER PIONIERE
Mit dem Aufkommen der mechanischen Webstühle ist es für die erfahrenen Walder Fergger nur noch ein kleiner Schritt, selbst die Fabrikation in die Hand zu nehmen. Junge Männer wie Oberholzer, Spoerri, die Honeggers und Schaufelberger treiben damit die Industrialisierung innerhalb kurzer Zeit entscheidend voran.
HEIMARBEIT UND MECHANISIERUNG
In Heimarbeit sponnen die Bauern zunächst Garn. Später woben sie Textilien an hölzernen Webstühlen. Das war nicht nur in Wald so: Die Heimweberei entwickelte sich zum europäischen Massenphänomen. Erst mechanische Spinnereien und später mechanische Webstühle führten zu einer raschen Industrialisierung, die eine gewaltige soziale Umschichtung mit sich brachte.
ERSTE BLÜTEZEIT
Etwa zwischen 1750 und 1820 erlebte die Heimweberei ihre Blütezeit. Doch die Verbesserung der Maschinen schritt unweigerlich fort und ermöglichte schliesslich den industriellen Einsatz.
GARN, KORN & FLEISCH
Heimindustrie ist ein europäisches Phänomen. Die Karte zeigt die Verbreitung im Kanton Zürich zum Ende des 18. Jahrhunderts: Je dunkler die Fläche, desto mehr Baumwollspinner arbeiteten zuhause. In manchen Gemeinde waren das bis zu 1'500 Personen. Unnötig darauf hinzuweisen, dass sich Wald im dunkelblau eingefärbten Kartenteil befindet.
ZÜRCHER ZÜNFTE
Die dominierende Rolle der Zürcher Zünfte führt zu wachsenden Konflikten und zur Ustertag 1830 eine Änderung der Verhältnisse.
STADT UND LAND
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wuchs die Landbevölkerung sehr stark. Zum Vergleich: Die Stadt Zürich war damals gerade einmal viermal grösser als die Gemeinde Wald. Dennoch war alle Macht in der Stadt gebündelt. Das Zürcher Fabrikmandat schrieb vor, dass alle Verarbeitung von Wolle, Baumwolle und Seide nur durch Stadtbürger aufs Land vergeben werden durften. 1787 waren im Dienst städtischer Firmen rund 40'000 Menschen auf dem Land mit Spinnen und Weben beschäftigt.
DER JAHRHUNDERTWECHSEL
Die Schlachten von Zürich 1799 brachten nicht nur Hunger und Not, sondern auch wechselnde Staatsformen. Nach der zweiten Schlacht fiel das Gebiet der Alten Eidgenossenschaft kurze Zeit unter französische Hoheit.
DIE ZUKUNFT VERHINDERN
Mit dem Ustertag 1830 erkämpft sich die Landbevölkerung eine grössere Unabhängigkeit von der Stadt Zürich. Der Usterbrand zwei Jahre später war ein verzweifelter Maschinensturm, der die Mechanisierung nicht aufhalten konnte.
NEUE WEGE GEHEN
Junge Bauern wie der Walder Jakob Oberholzer erkennen die Gunst der Stunde und organisieren als Fergger die Verbindung zwischen Heimarbeitern und Textilhändlern. Sie verdienen ihr Geld nicht mehr in der handwerklichen Verarbeitung, sondern sind Pioniere eines frühindustriellen Verlagswesens.
WALDER PIONIERE
Mit dem Aufkommen der mechanischen Webstühle ist es für die erfahrenen Walder Fergger nur noch ein kleiner Schritt, selbst die Fabrikation in die Hand zu nehmen. Junge Männer wie Oberholzer, Spoerri, die Honeggers und Schaufelberger treiben damit die Industrialisierung innerhalb kurzer Zeit entscheidend voran.
ZENTRUM EINER JUNGEN INDUSTRIE
Die Standortvorteile der Gegend, verknüpft mit dem Pioniergeist der Unternehmer, machten Wald rasch zum Zentrum der noch jungen Textilindustrie.
ARBEIT FÜR VIELE
Gruppenfotos der einzelnen Belegschaften zeigen den Stolz auf die wachsenden Betriebe.
GRÜNDERBOOM
Sie spriessen wie die Pilze aus dem Boden: Die Animation zeigt die Gründung von Webereien (blau) und Spinnereien (lila) sowie ihr Verschwinden im zeitlichen Verlauf.
INTERNATIONALE AMBITIONEN
Früh blicken die Walder Textil-Pioniere über den Tellerrand und stellen sich der internationalen Konkurrenz. Jakob Oberholzer etwa verbessert in jahrelanger Arbeit sowohl die Webstühle als auch die Vorbereitung der Zettelfäden. Damit gelingt ihm als erstem Fabrikanten in der Gegend, Feingewebe zu produzieren, das mit den besten Herstellern in Frankreich und England konkurrieren kann. Auszeichnungen bei Industrie- und Weltausstellungen belegen die Innovationskraft der Walder Fabrikanten.
WOHNEN IN WALD
Mit den Fabriken im Dorf kamen die Arbeiter, zunächst aus den Aussenwachten, bald aber aus der Ferne, aus Italien vor allem. Für sie entstand mit den Kosthäusern günstiger Wohnraum in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsort.
KEHRSEITEN
Mit dem Boom der Fabriken verlor die Heimarbeit in den Aussenwachten rasch an Bedeutung. Anwesen wurden aufgegeben und verfielen. Das Leben spielte sich mehr und mehr in der Dorfwacht ab.
SCHULE UND BILDUNG
1675 gab es Schulen in Wald und im Ried. Unterrichtet wurde allerdings nur saisonal: "Die Schul wird Sommerszeit nicht gehalten". Der Stundenplan: morgens Lesen, nachmittags Schreiben. 1716 ist von Schulen in den Aussenwachten Güntisberg und Hub die Rede, 1719 wird Laupen erwähnt. 25 Jahre später erscheint erstmals Hittenberg im Schulverzeichnis, 1756 das Hüebli an Stelle der Hub. Bis zur Gründung der Sekundarschulen dauerte es noch. Nachdem das entsprechende Gesetz 1833 in Kraft trat, dauert es nur ein Jahr, bis in Wald die erste Sekundarschule eröffnet wird.
SOZIALES GEFÜGE
Im Zug der Industrialisierung ziehen immer mehr katholische Arbeiter ins stark reformiert geprägte Wald. 1874 entsteht die erste katholische Kirche neben dem Wirtshaus zum Alten Ochsen. Heute als Wohnhaus genutzt, ist die ursprüngliche Bestimmung des Baus heute noch erkennbar.
FRAUENPOWER
Frauen waren bereits die Stützen der textilen Heimarbeit gewesen. Auch in den Fabriken gab es genügend Arbeit für sie.
KINDERBETREUUNG
Zur Betreuung der Kinder entstanden so genannte Kinderbewahrungsanstalten. Die Aufnahme zeigt den Kindergarten im Sagenrain.
ZENTRUM EINER JUNGEN INDUSTRIE
Die Standortvorteile der Gegend, verknüpft mit dem Pioniergeist der Unternehmer, machten Wald rasch zum Zentrum der noch jungen Textilindustrie.
ARBEIT FÜR VIELE
Gruppenfotos der einzelnen Belegschaften zeigen den Stolz auf die wachsenden Betriebe.
GRÜNDERBOOM
Sie spriessen wie die Pilze aus dem Boden: Die Animation zeigt die Gründung von Webereien (blau) und Spinnereien (lila) sowie ihr Verschwinden im zeitlichen Verlauf.
INTERNATIONALE AMBITIONEN
Früh blicken die Walder Textil-Pioniere über den Tellerrand und stellen sich der internationalen Konkurrenz. Jakob Oberholzer etwa verbessert in jahrelanger Arbeit sowohl die Webstühle als auch die Vorbereitung der Zettelfäden. Damit gelingt ihm als erstem Fabrikanten in der Gegend, Feingewebe zu produzieren, das mit den besten Herstellern in Frankreich und England konkurrieren kann. Auszeichnungen bei Industrie- und Weltausstellungen belegen die Innovationskraft der Walder Fabrikanten.
WOHNEN IN WALD
Mit den Fabriken im Dorf kamen die Arbeiter, zunächst aus den Aussenwachten, bald aber aus der Ferne, aus Italien vor allem. Für sie entstand mit den Kosthäusern günstiger Wohnraum in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsort.
KEHRSEITEN
Mit dem Boom der Fabriken verlor die Heimarbeit in den Aussenwachten rasch an Bedeutung. Anwesen wurden aufgegeben und verfielen. Das Leben spielte sich mehr und mehr in der Dorfwacht ab.
SCHULE UND BILDUNG
1675 gab es Schulen in Wald und im Ried. Unterrichtet wurde allerdings nur saisonal: "Die Schul wird Sommerszeit nicht gehalten". Der Stundenplan: morgens Lesen, nachmittags Schreiben. 1716 ist von Schulen in den Aussenwachten Güntisberg und Hub die Rede, 1719 wird Laupen erwähnt. 25 Jahre später erscheint erstmals Hittenberg im Schulverzeichnis, 1756 das Hüebli an Stelle der Hub. Bis zur Gründung der Sekundarschulen dauerte es noch. Nachdem das entsprechende Gesetz 1833 in Kraft trat, dauert es nur ein Jahr, bis in Wald die erste Sekundarschule eröffnet wird.
SOZIALES GEFÜGE
Im Zug der Industrialisierung ziehen immer mehr katholische Arbeiter ins stark reformiert geprägte Wald. 1874 entsteht die erste katholische Kirche neben dem Wirtshaus zum Alten Ochsen. Heute als Wohnhaus genutzt, ist die ursprüngliche Bestimmung des Baus heute noch erkennbar.
FRAUENPOWER
Frauen waren bereits die Stützen der textilen Heimarbeit gewesen. Auch in den Fabriken gab es genügend Arbeit für sie.
KINDERBETREUUNG
Zur Betreuung der Kinder entstanden so genannte Kinderbewahrungsanstalten. Die Aufnahme zeigt den Kindergarten im Sagenrain.
EIN BAHNHOF FÜR WALD
Vision, Schildbürgerstreich und Politikum: Walds Anbindung an das Eisenbahnnetz war ein Abenteuer für sich. Die Realisierung der Strecke von Rüti hinein ins Tösstal war ein Meisterstück der Ingenieurskunst und hält noch heute Rekorde.
NEUBAU IM NIEMANDSLAND
Nach heftigem Streit entstand der Bahnhof im sumpfigen Nordholz. Damals unfassbar weit ausserhalb des Dorfkerns. Als notwendige Verbindung entsteht die Bahnhofstrasse. Auf dem historischen Bild deutlich erkennbar ist der künstlich aufgeschüttete Damm zwischen Bahnhof und Dorf.
DIE BAHNHOFSTRASSE ENTSTEHT
In der Folge verschiebt sich das öffentliche Leben weg vom Dorfplatz. Die Bahnhofstrasse entwickelt sich allmählich zum Flanier-Boulevard und zur Festmeile.
ANKOMMEN UND EINKEHREN
Immer noch mehr Wirtschaften buhlen um die Gunst der Reisenden und den Lohn der Arbeiter. In Wald drängen sich Gastwirtschaften in beeindruckender Zahl, was wir in Wald360 unter dem Menüpunkt "Orte" dokumentiert haben.
ANSCHLUSS AN DIE WELT
Die Eisenbahn brachte die langersehnte Mobilität nach Wald. Denn die Strassenverbindungen für die Fuhrwerke waren katastrophal. Mit dem Zug fuhr man jetzt nach Rüti oder Winterthur. Und von dort in die ganze Welt. Gleichzeitig wurde Wald endlich gut erreichbar für Ausflügler und Touristen.
ENDLICH MOBIL
Mit der Eisenbahnverbindung entstehen erste Pendlerbewegungen. Von Ried oder Fischental nach Wald, von Wald nach Rüti in die Arbeit: Solche Modelle waren nunmehr in einer Viertelstunde möglich.
ADIEU PFERDEFUHRWERK
Die Wege durch die Hügellandschaft waren nach wie vor nicht optimal. Umso besser, wenn man nicht mehr auf Pferdefuhrwerke angewiesen ist!
EIN BAHNHOF FÜR WALD
Vision, Schildbürgerstreich und Politikum: Walds Anbindung an das Eisenbahnnetz war ein Abenteuer für sich. Die Realisierung der Strecke von Rüti hinein ins Tösstal war ein Meisterstück der Ingenieurskunst und hält noch heute Rekorde.
NEUBAU IM NIEMANDSLAND
Nach heftigem Streit entstand der Bahnhof im sumpfigen Nordholz. Damals unfassbar weit ausserhalb des Dorfkerns. Als notwendige Verbindung entsteht die Bahnhofstrasse. Auf dem historischen Bild deutlich erkennbar ist der künstlich aufgeschüttete Damm zwischen Bahnhof und Dorf.
DIE BAHNHOFSTRASSE ENTSTEHT
In der Folge verschiebt sich das öffentliche Leben weg vom Dorfplatz. Die Bahnhofstrasse entwickelt sich allmählich zum Flanier-Boulevard und zur Festmeile.
ANKOMMEN UND EINKEHREN
Immer noch mehr Wirtschaften buhlen um die Gunst der Reisenden und den Lohn der Arbeiter. In Wald drängen sich Gastwirtschaften in beeindruckender Zahl, was wir in Wald360 unter dem Menüpunkt "Orte" dokumentiert haben.
ANSCHLUSS AN DIE WELT
Die Eisenbahn brachte die langersehnte Mobilität nach Wald. Denn die Strassenverbindungen für die Fuhrwerke waren katastrophal. Mit dem Zug fuhr man jetzt nach Rüti oder Winterthur. Und von dort in die ganze Welt. Gleichzeitig wurde Wald endlich gut erreichbar für Ausflügler und Touristen.
ENDLICH MOBIL
Mit der Eisenbahnverbindung entstehen erste Pendlerbewegungen. Von Ried oder Fischental nach Wald, von Wald nach Rüti in die Arbeit: Solche Modelle waren nunmehr in einer Viertelstunde möglich.
ADIEU PFERDEFUHRWERK
Die Wege durch die Hügellandschaft waren nach wie vor nicht optimal. Umso besser, wenn man nicht mehr auf Pferdefuhrwerke angewiesen ist!
SANATORIUM UND TOURISMUS
Die Welt gehört den Mutigen! Entgegen aller Wahrscheinlichkeit bewirbt sich Wald erfolgreich um den Standort für ein Lungensanatorium. Es ist gleichzeitig der Startschuss für Tourismus in der Region. Die Menschen kamen, gerade auch Dank der guten Eisenbahnanbindung.
O WIE SCHÖN!
Mit detaillierten Studien hatte der Walder Gewerbeverein die klimatischen Vorzüge untermauert. Seine Erkenntnisse damals gelten noch heute: Wald ist nebelfrei und sonnenreich. Von der Aussicht ganz zu schweigen.
SKIRENNEN AM BATZBERG
Ernstzunehmende Events lockten Besucher an. Zu einnem Skirennen (damals noch am Batzberg, nicht im Oberholz) fuhren 1907 sogar Sonderzüge. 2000 Zuschauer säumten die Piste.
SAGENRAINTOBEL
Mit dem Spazierweg durch das Sagenraintobel erhielt Wald 1902 ein idyllisches Ausflugsziel. In einem Wanderführer von 1910 nimmt es breiten Raum ein.
ÜBER DEN WOLKEN
Mit den vielen Tagestouristen florieren auch die Höhenrestaurants rund um Wald. Auf dem Bild: Sommerfrische auf der Scheidegg.
ABHEBEN UND OBEN BLEIBEN
Die Walder Hügel als Hotspot für Pioniere des Luftsports: Zunächst am Bachtel, dann von der Scheidegg aus etablierte sich früh eine enthusiastische Fliegergemeinde. Hier erkundeten Wagemutige die lokalen Thermik-Geheimnisse. Segelflieger kommen heute nur noch zu Besuch. Dafür teilen sich Gleitschirmflieger, Deltasegler und Modellflieger die Scheidegg.
SANATORIUM UND TOURISMUS
Die Welt gehört den Mutigen! Entgegen aller Wahrscheinlichkeit bewirbt sich Wald erfolgreich um den Standort für ein Lungensanatorium. Es ist gleichzeitig der Startschuss für Tourismus in der Region. Die Menschen kamen, gerade auch Dank der guten Eisenbahnanbindung.
O WIE SCHÖN!
Mit detaillierten Studien hatte der Walder Gewerbeverein die klimatischen Vorzüge untermauert. Seine Erkenntnisse damals gelten noch heute: Wald ist nebelfrei und sonnenreich. Von der Aussicht ganz zu schweigen.
SKIRENNEN AM BATZBERG
Ernstzunehmende Events lockten Besucher an. Zu einnem Skirennen (damals noch am Batzberg, nicht im Oberholz) fuhren 1907 sogar Sonderzüge. 2000 Zuschauer säumten die Piste.
SAGENRAINTOBEL
Mit dem Spazierweg durch das Sagenraintobel erhielt Wald 1902 ein idyllisches Ausflugsziel. In einem Wanderführer von 1910 nimmt es breiten Raum ein.
ÜBER DEN WOLKEN
Mit den vielen Tagestouristen florieren auch die Höhenrestaurants rund um Wald. Auf dem Bild: Sommerfrische auf der Scheidegg.
ABHEBEN UND OBEN BLEIBEN
Die Walder Hügel als Hotspot für Pioniere des Luftsports: Zunächst am Bachtel, dann von der Scheidegg aus etablierte sich früh eine enthusiastische Fliegergemeinde. Hier erkundeten Wagemutige die lokalen Thermik-Geheimnisse. Segelflieger kommen heute nur noch zu Besuch. Dafür teilen sich Gleitschirmflieger, Deltasegler und Modellflieger die Scheidegg.
WEGE AUS DER KRISE
Die Textilindustrie reagierte sensibel auf alle weltpolitischen Krisen wie zum Beispiel den ersten Weltkrieg. Damit bekam sie auch Wald unmittelbar zu spüren. Die Notwendigkeit einer Diversifikation war immer gegeben. Man war gut beraten, wirtschaftlich breit aufgestellt sein, um vom Auf und Ab der Textilindustrie unabhängiger zu werden.
SCHOKOLADE AUS WALD
Wald wurde zum Ort für Schokolade-Produktion. Heinrich Spoerry begann 1930 im Jonathal mit der Herstellung von Schokolade. Die Migros AG war mit Gottlieb Duttweiler anfangs beteiligt. Aus diesem Grund trägt die Migros-Konzernbäckerei heute noch den Namen JOWA, ein Akronym aus der Ortsmarke Jonathal/Wald. 1932 entstand die SPOSA in einem ehemaligen Webereigebäude in Diezikon. Bis zur Jahrtausendwende wurden dort für die COOP Armeeschokolade, Waffelprodukte, Schoggi-Osterhasen und Pralinen hergestellt.
SEGLER, SKI UND MUSIK
Immer wieder gab und gibt es Unternehmer, die erfolgreich ihre eigene Nische besetzen. In Laupen wurden beispielsweise die unter Fliegern legendären Moswey-Segler produziert. Und die bei Wintersportlern beliebten Heizmann-Ski. Selbst eine Handharmonika Produktion wurde kurze Zeit betrieben.
DAS DORF IM DORF
Nach der Schliessung als Textilunternehmen erfuhr die Walder Bleiche die konsequenteste Umnutzung in Hotel, Restaurant, Wellness- und Fitness-Center. Dieses Erfolgsrezept hatten die Walder schon einmal zu Beginn des 20. Jahrhunderts benutzt. Das Bleiche-Areal ist nicht nur für Tagungsgäste interessant, sondern bietet auch für das Dorf selbst Mehrwert.
TOURISMUS-MARKETING ANNO 1928
Die Mieter kamen und gingen, bis die ehemalige Textilfabrik im Sagenrain ihre neue Bestimmung fand. Die von Pio Meyer gegründete Bioengineering entwickelt und baut hoch spezialisierte Fermentieranlagen für Kunden in aller Welt. Behutsam wurde die Anlage erweitert und Schritt für Schritt den modernen Bedürfnissen angepasst. Regelmässig finden hier auch Konzerte und Kulturanlässe statt.
WEGE AUS DER KRISE
Die Textilindustrie reagierte sensibel auf alle weltpolitischen Krisen wie zum Beispiel den ersten Weltkrieg. Damit bekam sie auch Wald unmittelbar zu spüren. Die Notwendigkeit einer Diversifikation war immer gegeben. Man war gut beraten, wirtschaftlich breit aufgestellt sein, um vom Auf und Ab der Textilindustrie unabhängiger zu werden.
SCHOKOLADE AUS WALD
Wald wurde zum Ort für Schokolade-Produktion. Heinrich Spoerry begann 1930 im Jonathal mit der Herstellung von Schokolade. Die Migros AG war mit Gottlieb Duttweiler anfangs beteiligt. Aus diesem Grund trägt die Migros-Konzernbäckerei heute noch den Namen JOWA, ein Akronym aus der Ortsmarke Jonathal/Wald. 1932 entstand die SPOSA in einem ehemaligen Webereigebäude in Diezikon. Bis zur Jahrtausendwende wurden dort für die COOP Armeeschokolade, Waffelprodukte, Schoggi-Osterhasen und Pralinen hergestellt.
SEGLER, SKI UND MUSIK
Immer wieder gab und gibt es Unternehmer, die erfolgreich ihre eigene Nische besetzen. In Laupen wurden beispielsweise die unter Fliegern legendären Moswey-Segler produziert. Und die bei Wintersportlern beliebten Heizmann-Ski. Selbst eine Handharmonika Produktion wurde kurze Zeit betrieben.
DAS DORF IM DORF
Nach der Schliessung als Textilunternehmen erfuhr die Walder Bleiche die konsequenteste Umnutzung in Hotel, Restaurant, Wellness- und Fitness-Center. Dieses Erfolgsrezept hatten die Walder schon einmal zu Beginn des 20. Jahrhunderts benutzt. Das Bleiche-Areal ist nicht nur für Tagungsgäste interessant, sondern bietet auch für das Dorf selbst Mehrwert.
TOURISMUS-MARKETING ANNO 1928
Die Mieter kamen und gingen, bis die ehemalige Textilfabrik im Sagenrain ihre neue Bestimmung fand. Die von Pio Meyer gegründete Bioengineering entwickelt und baut hoch spezialisierte Fermentieranlagen für Kunden in aller Welt. Behutsam wurde die Anlage erweitert und Schritt für Schritt den modernen Bedürfnissen angepasst. Regelmässig finden hier auch Konzerte und Kulturanlässe statt.
WALD HEUTE
Das Ziel war immer klar: Wald sollte nicht zum Schlafdorf verkommen. Sondern ein Ort sein, an dem man gut leben und gut arbeiten kann. So etwas geschieht nicht von alleine. Es braucht Menschen, die sich leidenschaftlich für ihre Heimat engagieren und damit Wald lebendig, lebens- und liebenswert machen.
VERNETZT AN DER PERIPHERIE
Die historische Postkarte mit dem Blick durch die Bahnhofstrasse übertreibt natürlich masslost. Doch trotz seiner Lage an der Peripherie ist Wald im Mobility-Standort. Pendler erreichen Zürich; Geschäftsreisende auch den Frühflieger. Man kommt leicht raus aus Wald. Und wichtiger noch: gut wieder zurück.
WALD WÄCHST
Wald bleibt eine Gemeinde im kontinuierlichen Wandel. Die zunehmend verdichtete Bebauung gerade an den Hängen hinterlässt ihre Spuren. Es bleibt eine immer neue Herausforderung, einerseits das historisch gewachsene Ortsbild zu bewahren und gleichzeitig Wald fit zu machen für die Zukunft.
GLÜCKLICH IM QUARTIER
Trotzdem hat sich Wald an vielen Stellen einen unverwechselbaren Quartier-Charakter bewahrt. Noch erkennt man die vielen Übereinstimmungen, wenn man alte mit aktuellen Aufnahmen Walds vergleicht.
SAUBER BLEIBEN
1875 wurde (im heute überbauten) Kühweidweiher gebadet. Danach suchten Krankenkassen und Verkehrsvereine nach Optionen für eine Badi. Meistens scheiterten Projekte am zu geringen Wasserzufluss. Das Freibad wurde am 5. Juli 1929 eröffnet. Bei einer Sammelaktion waren innerhalb kurzer Zeit 40'000 Franken zusammengekommen.
SKI-PLAUSCH VOR DER HAUSTÜR
Zum Glück braucht es kein Mega-Skigebiet mit Lift-Verbund. Am Farner vor Walds Haustür fahren die Kleinen und die Grossen. 1954 wurde quer durch den Wald die Schneise für den Skilift geschlagen. Zwei Holzbrücken führten über die grössten Felsen.
HÖHENLUFT SCHNUPPERN
Sobald die Wetterbedingungen auch nur ein bisschen fliegbar sind, bleibt man auf der Scheidegg nicht allein. Gleitschirm- und Drachenflieger drängen sich auf dem Startplatz und oft genug in der Luft. Für alle Wanderer und Mountainbiker gilt: Den paradiesischen Ausblick auf den Zürichsee gibt es für alle.
WALD HEUTE
Das Ziel war immer klar: Wald sollte nicht zum Schlafdorf verkommen. Sondern ein Ort sein, an dem man gut leben und gut arbeiten kann. So etwas geschieht nicht von alleine. Es braucht Menschen, die sich leidenschaftlich für ihre Heimat engagieren und damit Wald lebendig, lebens- und liebenswert machen.
VERNETZT AN DER PERIPHERIE
Die historische Postkarte mit dem Blick durch die Bahnhofstrasse übertreibt natürlich masslost. Doch trotz seiner Lage an der Peripherie ist Wald im Mobility-Standort. Pendler erreichen Zürich; Geschäftsreisende auch den Frühflieger. Man kommt leicht raus aus Wald. Und wichtiger noch: gut wieder zurück.
WALD WÄCHST
Wald bleibt eine Gemeinde im kontinuierlichen Wandel. Die zunehmend verdichtete Bebauung gerade an den Hängen hinterlässt ihre Spuren. Es bleibt eine immer neue Herausforderung, einerseits das historisch gewachsene Ortsbild zu bewahren und gleichzeitig Wald fit zu machen für die Zukunft.
GLÜCKLICH IM QUARTIER
Trotzdem hat sich Wald an vielen Stellen einen unverwechselbaren Quartier-Charakter bewahrt. Noch erkennt man die vielen Übereinstimmungen, wenn man alte mit aktuellen Aufnahmen Walds vergleicht.
SAUBER BLEIBEN
1875 wurde (im heute überbauten) Kühweidweiher gebadet. Danach suchten Krankenkassen und Verkehrsvereine nach Optionen für eine Badi. Meistens scheiterten Projekte am zu geringen Wasserzufluss. Das Freibad wurde am 5. Juli 1929 eröffnet. Bei einer Sammelaktion waren innerhalb kurzer Zeit 40'000 Franken zusammengekommen.
SKI-PLAUSCH VOR DER HAUSTÜR
Zum Glück braucht es kein Mega-Skigebiet mit Lift-Verbund. Am Farner vor Walds Haustür fahren die Kleinen und die Grossen. 1954 wurde quer durch den Wald die Schneise für den Skilift geschlagen. Zwei Holzbrücken führten über die grössten Felsen.
HÖHENLUFT SCHNUPPERN
Sobald die Wetterbedingungen auch nur ein bisschen fliegbar sind, bleibt man auf der Scheidegg nicht allein. Gleitschirm- und Drachenflieger drängen sich auf dem Startplatz und oft genug in der Luft. Für alle Wanderer und Mountainbiker gilt: Den paradiesischen Ausblick auf den Zürichsee gibt es für alle.