AKTIVE GEMEINSCHAFT
Ruth Frei
RIED
Ried ist sozusagen Walds Schlusspunkt. So offen das Dorf vorne über den Zürisee und in die Alpen blickt, so zugeknöpft gibt es sich an der hinteren Gemeindegrenze. Hier hält Ried Wacht. Und dazu gehören eine ganze Reihe von kleineren Siedlungen...
RAAD
BLICK GEGEN HUEB
NEUTHAL
HUEB
JONATAL
AKTIVE GEMEINSCHAFT
Ruth Frei
RIED
Ried ist sozusagen Walds Schlusspunkt. So offen das Dorf vorne über den Zürisee und in die Alpen blickt, so zugeknöpft gibt es sich an der hinteren Gemeindegrenze. Hier hält Ried Wacht. Und dazu gehören eine ganze Reihe von kleineren Siedlungen...
RAAD
BLICK GEGEN HUEB
NEUTHAL
HUEB
JONATAL
AUF DEM THRON
Wer von Wald aus ins Tösstal hinein fährt, muss erst einen Hügel erzwingen. Ried liegt auf einer Endmoräne – Gesteinsmassen, die der Linthgletscher bis hierhin geschoben hat. Ried markiert also den Endpunkt des einstigen Gletschers.
ZWISCHEN BACHTEL UND SCHEIDEGG
Derart exponiert, nimmt Ried eine Brückenposition ein zwischen den Bergen Bachtel und Scheidegg. Seine zugehörigen Weiler und Gehöfte erstrecken sich in beide Richtungen.
ZWISCHEN ZWEI TÄLERN
Ried markiert auch den Übergang von zwei Tälern: Hier grenzen Jonatal und Tösstal aneinander.
AN DER WASSERSCHEIDE
Denn Ried ist eine Wasserscheide: Die Jona fliesst Richtung Wald. Schon einige Meter weiter aber, in Gibswil, fliessen alle Bäche in der Töss zusammen. Lange hielt sich das Gerücht, die gierigen Textilfabrikanten hätten den Bach in Ried abgegraben, um die Wasserkraft für ihre Fabriken zu nutzen.
AUF DEM THRON
Wer von Wald aus ins Tösstal hinein fährt, muss erst einen Hügel erzwingen. Ried liegt auf einer Endmoräne – Gesteinsmassen, die der Linthgletscher bis hierhin geschoben hat. Ried markiert also den Endpunkt des einstigen Gletschers.
ZWISCHEN BACHTEL UND SCHEIDEGG
Derart exponiert, nimmt Ried eine Brückenposition ein zwischen den Bergen Bachtel und Scheidegg. Seine zugehörigen Weiler und Gehöfte erstrecken sich in beide Richtungen.
ZWISCHEN ZWEI TÄLERN
Ried markiert auch den Übergang von zwei Tälern: Hier grenzen Jonatal und Tösstal aneinander.
AN DER WASSERSCHEIDE
Denn Ried ist eine Wasserscheide: Die Jona fliesst Richtung Wald. Schon einige Meter weiter aber, in Gibswil, fliessen alle Bäche in der Töss zusammen. Lange hielt sich das Gerücht, die gierigen Textilfabrikanten hätten den Bach in Ried abgegraben, um die Wasserkraft für ihre Fabriken zu nutzen.
FELDER UND VIEH
Rieds DNA ist ganz klar landwirtschaftlich geprägt. Stolze Bauernhöfe zeugen von einer kontinuierlichen Bewirtschaftung des Gebiets,...
LANDGEWINNUNG
...das die Bauern allerdings auch hier – wie in den anderen Aussenwachten – erst mühsam nutzbar machen mussten. Sie rodeten die Hänge und entwässerten den Boden.
ZÄHER WILLE
Unter welch abenteurlichen Bedingungen das mitunter geschah, zeigte ein Bauernhaus in Hessen unterhalb der Scheidegg: Mit Drahtseilen musste es angebunden werden, um nicht in die Tössschlucht abzurutschen.
NICHT KONFLIKTSCHEU
Ried war von Anfang ein Paradeplatz für kluge Bauern. 1634 lebten in Ried 122 Menschen. Keine zweihundert Jahre später zählte es 581 Einwohner. Daraus erklärt sich auch das starke Selbstbewusstsein der Aussenwacht, mit dem sie in diversen Konflikten wie dem Schulstreit oder der Kircheninitiative auftrat.
GROSS UND MÄCHTIG
Durch seine bevorzugte Lage konnte Ried vergleichsweise einfach besiedelt werden, anders als etwa im Hüebli. Lange Zeit war Ried deshalb auch die grösste Aussenwacht der Gemeinde (bis es von Laupen überrundet wurde). Den Menschen ging es wirtschaftlich so gut, dass sie in der Regel nicht zur Heimspinnerei oder Heimweberei gezwungen waren.
STOLZER REKORD
Genügend Fläche und Weideland ermöglichte den Bauern stolze Viehbestände. Die Gemeinde Wald mit ihren Aussenwachten hält übrigens noch immer den Rekord: Nirgendwo im Kanton leben mehr Rindviecher (Stand 2016).
MILCH-VEREDELUNG
Wege kurz und die Qualität hoch halten: Käsereien veredeln die Milch an Ort und Stelle.
BACHTEL-SCHUTZZONE
Das Bachtelgebiet um Ried ist eine von 24 kantonalen Schutzzonen, die Zersiedelung verhindern sollen. Sie macht den Bauern gleichzeitig Vorschriften zum Schutz seltener Pflanzen und Tiere. Die Schutzverordnung von 1967 wurde 2015. Ihr heutiger Sinn ist umstritten.
FELDER UND VIEH
Rieds DNA ist ganz klar landwirtschaftlich geprägt. Stolze Bauernhöfe zeugen von einer kontinuierlichen Bewirtschaftung des Gebiets,...
LANDGEWINNUNG
...das die Bauern allerdings auch hier – wie in den anderen Aussenwachten – erst mühsam nutzbar machen mussten. Sie rodeten die Hänge und entwässerten den Boden.
ZÄHER WILLE
Unter welch abenteurlichen Bedingungen das mitunter geschah, zeigte ein Bauernhaus in Hessen unterhalb der Scheidegg: Mit Drahtseilen musste es angebunden werden, um nicht in die Tössschlucht abzurutschen.
NICHT KONFLIKTSCHEU
Ried war von Anfang ein Paradeplatz für kluge Bauern. 1634 lebten in Ried 122 Menschen. Keine zweihundert Jahre später zählte es 581 Einwohner. Daraus erklärt sich auch das starke Selbstbewusstsein der Aussenwacht, mit dem sie in diversen Konflikten wie dem Schulstreit oder der Kircheninitiative auftrat.
GROSS UND MÄCHTIG
Durch seine bevorzugte Lage konnte Ried vergleichsweise einfach besiedelt werden, anders als etwa im Hüebli. Lange Zeit war Ried deshalb auch die grösste Aussenwacht der Gemeinde (bis es von Laupen überrundet wurde). Den Menschen ging es wirtschaftlich so gut, dass sie in der Regel nicht zur Heimspinnerei oder Heimweberei gezwungen waren.
STOLZER REKORD
Genügend Fläche und Weideland ermöglichte den Bauern stolze Viehbestände. Die Gemeinde Wald mit ihren Aussenwachten hält übrigens noch immer den Rekord: Nirgendwo im Kanton leben mehr Rindviecher (Stand 2016).
MILCH-VEREDELUNG
Wege kurz und die Qualität hoch halten: Käsereien veredeln die Milch an Ort und Stelle.
BACHTEL-SCHUTZZONE
Das Bachtelgebiet um Ried ist eine von 24 kantonalen Schutzzonen, die Zersiedelung verhindern sollen. Sie macht den Bauern gleichzeitig Vorschriften zum Schutz seltener Pflanzen und Tiere. Die Schutzverordnung von 1967 wurde 2015. Ihr heutiger Sinn ist umstritten.
DER JAKOBSWEG
In Ried betraten die Pilger auf dem Jakobsweg nach Einsiedeln das Gebiet der Gemeinde Wald. Die ehemalige Pilgerherberge „Zum Weissen Kreuz“ steht direkt am Wallfahrtsweg.
REFORMIERTE BAUERNSCHAFT
Die meist aus Süddeutschland kommenden, katholischen Pilger trafen in Ried auf eine entschieden reformierte Bauernschaft. In der Regel zeigte sie wenig Verständnis für solche Unternehmungen. Ihnen war die fromme Tradition in erster Linie Zeitverschwendung.
FREUNDLICHE AUFNAHME
Kein Wunder, versuchten die meisten Pilger, das Gemeindegebiet möglichst rasch zu durchqueren. Schliesslich war es die letzte Etappe, bevor der Blick über den Zürichsee die Reiseetappe Einsiedeln ahnen lässt.
DER JAKOBSWEG
In Ried betraten die Pilger auf dem Jakobsweg nach Einsiedeln das Gebiet der Gemeinde Wald. Die ehemalige Pilgerherberge „Zum Weissen Kreuz“ steht direkt am Wallfahrtsweg.
REFORMIERTE BAUERNSCHAFT
Die meist aus Süddeutschland kommenden, katholischen Pilger trafen in Ried auf eine entschieden reformierte Bauernschaft. In der Regel zeigte sie wenig Verständnis für solche Unternehmungen. Ihnen war die fromme Tradition in erster Linie Zeitverschwendung.
FREUNDLICHE AUFNAHME
Kein Wunder, versuchten die meisten Pilger, das Gemeindegebiet möglichst rasch zu durchqueren. Schliesslich war es die letzte Etappe, bevor der Blick über den Zürichsee die Reiseetappe Einsiedeln ahnen lässt.
BEVÖLKERUNGSWACHSTUM
Nicht nur, aber besonders auch Ried: Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wuchsen Wald und seine Aussenwachten enorm. Ausschlaggebend dafür war die Erteilung des Marktrechts sowie die boomende Heimarbeit.
STARKES RIED
Um das Jahr 1750 war die Gemeinde Wald gemessen an seinen 2'400 Einwohnern der Platzhirsch im weiten Umkreis. Wald war grösser als Rüti (701 Einwohner), Wetzikon (1547 Einwohner) und Hinwil (1787 Einwohner). Ried war die zahlenmässig stärkste Aussenwacht und konnte entsprechend selbstbewusst auftreten. Das belegen eine ganze Reihe von Anekdoten...
EINE KIRCHE FÜR RIED
Kein Wunder, versuchten die meisten Pilger, das Gemeindegebiet möglichst rasch zu durchqueren. Schliesslich war es die letzte Etappe, bevor der Blick über den Zürichsee die Reiseetappe Einsiedeln ahnen lässt.
BRANDBRIEF NACH ZÜRICH
„Schon lange habe ich die aus dem engen Raum sich ergebenden Nöte beseufzen müssen, sitzen doch oftmals 14–15 Personen eng gedrängt in den 12 Schuh [3,60m] langen Bänken. Es ist nicht selten, dass draussen Leute vor den Eingängen stehen zu bleiben gezwungen sind und dass der Plätze willen leider sogar gelegentlich Streit entsteht."
NEUBAU IN WALD
Das Gesuch wird abgeschmettert. Der in der Ostschweiz aktive Baumeister Jakob Grubenmann baut als Generalunternehmer die neue Kirche. Er starb im darauffolgenden Jahr. Was für ein Mensch war Grubenmann? Die Kirche von St. Gallenkappel hatte er ein paar Jahre vor Wald gebaut. Hier ist Grubenmann übrigens bis heute prominent porträtiert: inmitten von Wucherern und Betrügern.
SCHULSTREIT MIT METTLEN
Ein kantonales Gesetz sah 1904 den Zusammenschluss von kleineren Wachtschulen vor. Die starken Aussenwachten Ried, Hittenberg und Hüebli, die aus eigener Kraft ihr Schulwesen organisiert und finanziert hatten, widersetzten sich. Nicht zuletzt fürchteten sie um ihre Unabhängigkeit. Trotzdem: 1907 wurde vom Kantonsrat die Totalvereinigug beschlossen. Seither gibt es für die Primarschule nur noch eine Schulbehörde.
BEVÖLKERUNGSWACHSTUM
Nicht nur, aber besonders auch Ried: Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wuchsen Wald und seine Aussenwachten enorm. Ausschlaggebend dafür war die Erteilung des Marktrechts sowie die boomende Heimarbeit.
STARKES RIED
Um das Jahr 1750 war die Gemeinde Wald gemessen an seinen 2'400 Einwohnern der Platzhirsch im weiten Umkreis. Wald war grösser als Rüti (701 Einwohner), Wetzikon (1547 Einwohner) und Hinwil (1787 Einwohner). Ried war die zahlenmässig stärkste Aussenwacht und konnte entsprechend selbstbewusst auftreten. Das belegen eine ganze Reihe von Anekdoten...
EINE KIRCHE FÜR RIED
Kein Wunder, versuchten die meisten Pilger, das Gemeindegebiet möglichst rasch zu durchqueren. Schliesslich war es die letzte Etappe, bevor der Blick über den Zürichsee die Reiseetappe Einsiedeln ahnen lässt.
BRANDBRIEF NACH ZÜRICH
„Schon lange habe ich die aus dem engen Raum sich ergebenden Nöte beseufzen müssen, sitzen doch oftmals 14–15 Personen eng gedrängt in den 12 Schuh [3,60m] langen Bänken. Es ist nicht selten, dass draussen Leute vor den Eingängen stehen zu bleiben gezwungen sind und dass der Plätze willen leider sogar gelegentlich Streit entsteht."
NEUBAU IN WALD
Das Gesuch wird abgeschmettert. Der in der Ostschweiz aktive Baumeister Jakob Grubenmann baut als Generalunternehmer die neue Kirche. Er starb im darauffolgenden Jahr. Was für ein Mensch war Grubenmann? Die Kirche von St. Gallenkappel hatte er ein paar Jahre vor Wald gebaut. Hier ist Grubenmann übrigens bis heute prominent porträtiert: inmitten von Wucherern und Betrügern.
SCHULSTREIT MIT METTLEN
Ein kantonales Gesetz sah 1904 den Zusammenschluss von kleineren Wachtschulen vor. Die starken Aussenwachten Ried, Hittenberg und Hüebli, die aus eigener Kraft ihr Schulwesen organisiert und finanziert hatten, widersetzten sich. Nicht zuletzt fürchteten sie um ihre Unabhängigkeit. Trotzdem: 1907 wurde vom Kantonsrat die Totalvereinigug beschlossen. Seither gibt es für die Primarschule nur noch eine Schulbehörde.
LEBENDIGES VEREINSLEBEN
Sportanlässe, Fasnachtszug, Turnerchränzli: Der TV Ried sorgt für Leben in der Wacht. Der Nachwuchs ist selbstverständlich auch fest mit dabei.
FÜR DIE GROSSEN
FÜR DEN NACHWUCHS
AUF DER LOIPE
LEBENDIGES VEREINSLEBEN
Sportanlässe, Fasnachtszug, Turnerchränzli: Der TV Ried sorgt für Leben in der Wacht. Der Nachwuchs ist selbstverständlich auch fest mit dabei.
FÜR DIE GROSSEN
FÜR DEN NACHWUCHS