VERWURZELT LEBEN
Albert Schoch
GÜNTISBERG
Steil ist der Weg, wenn man von Wald und Laupen auf den Batzberg fährt: Güntisberg thront wie eine Festung auf einer Insel – sozusagen ein Kontrapunkt zu den anderen Aussenwachten, die sich entlang der Talöffnung reihen.
METTLEN
Güntisberg und Mettlen bilden eine etwas seltsame Ausbuchtung im Gemeindegebiet. Vor allem Mettlen duckt sich ein wenig weg: mit dem Blick schon über den Zürichsee, mit einem Bein bereits in Ermenswil, beinahe so, als würde es nicht ganz dazugehören.
HILTISBERG
Hiltisberg perlt am Hang, berauscht vom weiten Blick hinein in die Linth-Ebene und hinüber zur Rigi.
VERWURZELT LEBEN
Albert Schoch
GÜNTISBERG
Steil ist der Weg, wenn man von Wald und Laupen auf den Batzberg fährt: Güntisberg thront wie eine Festung auf einer Insel – sozusagen ein Kontrapunkt zu den anderen Aussenwachten, die sich entlang der Talöffnung reihen.
METTLEN
Güntisberg und Mettlen bilden eine etwas seltsame Ausbuchtung im Gemeindegebiet. Vor allem Mettlen duckt sich ein wenig weg: mit dem Blick schon über den Zürichsee, mit einem Bein bereits in Ermenswil, beinahe so, als würde es nicht ganz dazugehören.
HILTISBERG
Hiltisberg perlt am Hang, berauscht vom weiten Blick hinein in die Linth-Ebene und hinüber zur Rigi.
GÜNTISBERG
DIE SAGE VOM GALLIQUELL
„Der heilige Gallus reiste einst an den Bodensee hinaus. Auf dem langen Weg hatte er grossen Durst bekommen, und er wollte ihn an einem Brunnen in Tuggen löschen. Aber das Tuggener Wasser schmeckte ihm nicht, und er pilgerte durstig weiter über Berg und Tal. In der Nähe des Örtchens Güntisberg sah er auf einmal eine Quelle silberhell aus dem Boden springen. Der Heilige bückte sich zu dem Wasser hernieder, und da es sauber und kühl war, tat er sich gütlich daran. ...
DIE SAGE VOM GALLIQUELL
... Zum Danke segnete er den Quell, weswegen er bis auf den heutigen Tag Galliquell heißt. Das Wasser besass seither Wunder- und Heilskraft. Es heilte Aussätzige, wenn sie sich damit wuschen und wenn sie davon tranken. Auch noch in der neueren Zeit wurde es gerne gebraucht gegen allerlei Ausschläge.“ 1934 wurde die Quelle gefasst für die Wasserversorgung Mettlen-Güntisberg.
WALDER ECHO
Eine besondere Attraktion in Güntisberg ist ausgeschildert: ein Wanderweg führt zu Walds einzigem Echo. An dieser Stelle bestätigt sich eine alte Weisheit: Wie man in den Wald hineinruft, so tönt es heraus. Einfach einmal bei der nächsten Wanderung ausprobieren!
GÜNTISBERG
DIE SAGE VOM GALLIQUELL
„Der heilige Gallus reiste einst an den Bodensee hinaus. Auf dem langen Weg hatte er grossen Durst bekommen, und er wollte ihn an einem Brunnen in Tuggen löschen. Aber das Tuggener Wasser schmeckte ihm nicht, und er pilgerte durstig weiter über Berg und Tal. In der Nähe des Örtchens Güntisberg sah er auf einmal eine Quelle silberhell aus dem Boden springen. Der Heilige bückte sich zu dem Wasser hernieder, und da es sauber und kühl war, tat er sich gütlich daran. ...
DIE SAGE VOM GALLIQUELL
... Zum Danke segnete er den Quell, weswegen er bis auf den heutigen Tag Galliquell heißt. Das Wasser besass seither Wunder- und Heilskraft. Es heilte Aussätzige, wenn sie sich damit wuschen und wenn sie davon tranken. Auch noch in der neueren Zeit wurde es gerne gebraucht gegen allerlei Ausschläge.“ 1934 wurde die Quelle gefasst für die Wasserversorgung Mettlen-Güntisberg.
WALDER ECHO
Eine besondere Attraktion in Güntisberg ist ausgeschildert: ein Wanderweg führt zu Walds einzigem Echo. An dieser Stelle bestätigt sich eine alte Weisheit: Wie man in den Wald hineinruft, so tönt es heraus. Einfach einmal bei der nächsten Wanderung ausprobieren!
HOLZ VOR DER HÜTTE
IDYLLISCHE BESCHEIDENHEIT
Die Leute „vom Berg“ wohnten schon immer in landschaftlich beeindruckender Gegend, aber die Beschäftigungsmöglichkeiten waren bescheiden.
DIE STICKI
Die „Sticki“ ist Zeugin der textilen Vergangenheit selbst in Mettlen. Es wurde nicht nur gesponnen und gewebt, sondern eben auch gestickt. An Mettlen sieht man besonders gut die problematische Entwicklung der Industrialisierung: An den Wasserläufen in Laupen entstanden neue Fabriken, viele Familien zogen deshalb aus, Wohnungen standen leer und verfielen.
WALDER ECHO
HOLZ VOR DER HÜTTE
IDYLLISCHE BESCHEIDENHEIT
Die Leute „vom Berg“ wohnten schon immer in landschaftlich beeindruckender Gegend, aber die Beschäftigungsmöglichkeiten waren bescheiden.
DIE STICKI
Die „Sticki“ ist Zeugin der textilen Vergangenheit selbst in Mettlen. Es wurde nicht nur gesponnen und gewebt, sondern eben auch gestickt. An Mettlen sieht man besonders gut die problematische Entwicklung der Industrialisierung: An den Wasserläufen in Laupen entstanden neue Fabriken, viele Familien zogen deshalb aus, Wohnungen standen leer und verfielen.
WALDER ECHO
HILTISBERG
WEIN AUS WALD
Das milde Klima macht manches möglich: Rolf Altenburger baut hier mit Hingabe auf winzigen Parzellen Rotwein an. Das eigentlich Erstaunliche ist, dass man ihn sogar trinken kann.
HILTISBERGER WARZEBIISSER
Der „Hiltisberger Warzebiisser“ hat seinen Namen von einer Heuschreckenart. In weiten Teilen bereits stark gefährdet, ist sie in Hiltisberg heimisch.
MIT AUSBLICK
SAISONALES LEBEN
Beschaulich hängen die Ferienhäuser am Hang. Hiltisberg ist, wenn man so will, der einzige Ort Walds mit Haupt- und Nebensaison.
SONNENTERRASSE
Trotz der vielen Ferienwohnungen ist Hiltisberg keine Zombie-Siedlung, sondern hat sich seine unprätentiöse Ursprünglichkeit bewahrt.
DURCHBLICKE
HILTISBERG
WEIN AUS WALD
Das milde Klima macht manches möglich: Rolf Altenburger baut hier mit Hingabe auf winzigen Parzellen Rotwein an. Das eigentlich Erstaunliche ist, dass man ihn sogar trinken kann.
HILTISBERGER WARZEBIISSER
Der „Hiltisberger Warzebiisser“ hat seinen Namen von einer Heuschreckenart. In weiten Teilen bereits stark gefährdet, ist sie in Hiltisberg heimisch.
MIT AUSBLICK
SAISONALES LEBEN
Beschaulich hängen die Ferienhäuser am Hang. Hiltisberg ist, wenn man so will, der einzige Ort Walds mit Haupt- und Nebensaison.
SONNENTERRASSE
Trotz der vielen Ferienwohnungen ist Hiltisberg keine Zombie-Siedlung, sondern hat sich seine unprätentiöse Ursprünglichkeit bewahrt.
DURCHBLICKE
SCHULE IN WALD
SCHULSTREIT IN METTLEN
Wo soll das Schulhaus stehen? Über den Standort kommt es 1846 zu einem heftigen Streit. Kern des Problems war der Schulweg: Niemand mochte weit laufen. Die salomonische Lösung lag buchstäblich auf halbem Weg zwischen Mettlen und Güntisberg. Und hier befindet sich das Schulhaus noch heute.
HAUPT- UND NEBENSCHULEN
Die Bevölkerung wächst! Als ein Nebeneffekt entstehen zwischen 1700 und 1750 in allen Wachten Walds (mit Ausnahme Blattenbachs) Nebenschulen. Unterrichtet wird anfangs in der Wohnstube des Schulmeisters. Auf der Zeichnung ist das erste Primarschulgebäude zu sehen (das heutige Gemeindehaus): damals noch mit einem Eingang zur Rütistrasse hin.
UNTERRICHT ZUHAUSE
ERSTE SCHULBAUTEN
Die wirtschaftliche Situation in Güntisberg-Mettlen erlaubte keine grossen Sprünge. Für das Schulhaus gibt es deshalb Geld vom Staat. Die anderen Walder Aussenwachten konnten die Kosten aus eigener Kraft stemmen.
UNTERSCHIEDLICHE ERFOLGE
Hittenberg war immer die Vorzeigeschule im Sprengel: „Grösste Zufriedenheit mit der Schule und Schulführung; Tages- und Repetierschule fast ohne Absenzen; Sorgfalt und Fleiss gehören zum Unterricht und führen zu ungewöhnlichen Erfolgen“, hielten Protokolle der Gemeinde- und Bezirksschulpflege fest.
STEUERN UND FRONDIENSTE
Als erste Wachtschule erhielt Laupen 1818, am Weg zur Warteck, ein eigenes Schulhäuschen. Von 94 zahlungspflichtigen Familienvätern waren 34 auf Sozialhilfe angewiesen. Statt Geld leisteten sie Frondienste, lieferten Holz oder übernahmen Fuhrdienste. Da Laupen im Zug der Industrialiserung besonders stark wuchs, wurden 1864 und 1902 Neubauten nötig.
STOLZ AUF BILDUNG
Auch Hischwil pochte um 1800 herum auf eine eigene Schule. Stattdessen wurde im Hüebli 1825 endlich gebaut. 1874 wurde das zweite Schulhaus verwirklicht, in dem noch heute unterrichtet wird.
LERNEN AUF DER KRAMENWIESE
Auf der Kramenwiese entstand 1839 die Primarschule der Dorfwacht Wald. Bis 1914 waren im heutigen Gemeindehaus drei Klassenzimmer sowie drei Wohnungen untergebracht. Die Baukosten hatten sich auf 18'355 Gulden (etwa 29'700 Franken) summiert.
SCHULE IN WALD
SCHULSTREIT IN METTLEN
Wo soll das Schulhaus stehen? Über den Standort kommt es 1846 zu einem heftigen Streit. Kern des Problems war der Schulweg: Niemand mochte weit laufen. Die salomonische Lösung lag buchstäblich auf halbem Weg zwischen Mettlen und Güntisberg. Und hier befindet sich das Schulhaus noch heute.
HAUPT- UND NEBENSCHULEN
Die Bevölkerung wächst! Als ein Nebeneffekt entstehen zwischen 1700 und 1750 in allen Wachten Walds (mit Ausnahme Blattenbachs) Nebenschulen. Unterrichtet wird anfangs in der Wohnstube des Schulmeisters. Auf der Zeichnung ist das erste Primarschulgebäude zu sehen (das heutige Gemeindehaus): damals noch mit einem Eingang zur Rütistrasse hin.
UNTERRICHT ZUHAUSE
ERSTE SCHULBAUTEN
Die wirtschaftliche Situation in Güntisberg-Mettlen erlaubte keine grossen Sprünge. Für das Schulhaus gibt es deshalb Geld vom Staat. Die anderen Walder Aussenwachten konnten die Kosten aus eigener Kraft stemmen.
UNTERSCHIEDLICHE ERFOLGE
Hittenberg war immer die Vorzeigeschule im Sprengel: „Grösste Zufriedenheit mit der Schule und Schulführung; Tages- und Repetierschule fast ohne Absenzen; Sorgfalt und Fleiss gehören zum Unterricht und führen zu ungewöhnlichen Erfolgen“, hielten Protokolle der Gemeinde- und Bezirksschulpflege fest.
STEUERN UND FRONDIENSTE
Als erste Wachtschule erhielt Laupen 1818, am Weg zur Warteck, ein eigenes Schulhäuschen. Von 94 zahlungspflichtigen Familienvätern waren 34 auf Sozialhilfe angewiesen. Statt Geld leisteten sie Frondienste, lieferten Holz oder übernahmen Fuhrdienste. Da Laupen im Zug der Industrialiserung besonders stark wuchs, wurden 1864 und 1902 Neubauten nötig.
STOLZ AUF BILDUNG
Auch Hischwil pochte um 1800 herum auf eine eigene Schule. Stattdessen wurde im Hüebli 1825 endlich gebaut. 1874 wurde das zweite Schulhaus verwirklicht, in dem noch heute unterrichtet wird.
LERNEN AUF DER KRAMENWIESE
Auf der Kramenwiese entstand 1839 die Primarschule der Dorfwacht Wald. Bis 1914 waren im heutigen Gemeindehaus drei Klassenzimmer sowie drei Wohnungen untergebracht. Die Baukosten hatten sich auf 18'355 Gulden (etwa 29'700 Franken) summiert.
SOZIALE STELLUNG
Bereits 1659 gab es besoldete Lehrer in Wald und Ried. In der Kirchengutsrechnung taucht ein Betrag von vier Pfund auf, gezahlt für Schulstubenmiete an Hans Brändli im Raad. Der Lohn allerdings war und blieb karg. Lehrer genossen keinen guten Ruf. Wiederholte Einsprachen gegen die miserable Bezahlung, etwa in Ried, stiessen bei der Behörde auf taube Ohren.
DIE HELFEREI
Spätestens zur Reformationszeit war ein Diakon mit der Führung der Hauptschule Wald beauftragt. Bald waren es so viele Kinder, dass man Helfer benötigte. Als Schulort wird 1640 das Haus „Helferei“ am Dorfplatz erwähnt.
ZWINGLIS IDEE
Die Kirche als treibende Kraft gegen den Analphabetismus: Huldrych Zwingli wollte, dass jeder die Bibel lesen könne. In der Folge blieb der Bildungsauftrag fest in kirchlicher Hand. Dies änderte sich erst mit den Umwälzungen des Ustertags.
OHNE AUSBILDUNG
Verbindliche Lehrpläne gab es ebenso wenig wie eine pädagogische Ausbildung. Für die Lehrer hiess das: learning by doing.
SCHULPFLICHT
Ende des 18. Jahrhunderts galt Schulpflicht vom sechsten bis zum zwölften Lebensjahr. Allerdings liess der Schulbesuch oft zu wünschen übrig. „Die Kinder haben sich entschuldigt und konnten aus Mangel an Kleidern den Unterricht nicht besuchen“, notiert etwa Schulmeister Hess im Ried.
ALBIN ZOLLINGER
Der Schweizer Dichter und Schriftsteller Albin Zollinger unterrichtete 1916 kurze Zeit in Mettlen. Seine Schüler zeigten ihm offenbar, wer hier der Stärkere war. „Hab ich es mit Wunderkindern zu tun, die ohne Kehlkopf zur Welt gekommen sind?“, klagt er in einem Brief: „Meine Schüler wissen alles, was Menschenbegehr! Ich werde mir demnächst die Hosentaschen vergrössern lassen, damit ich die Hände bequemer dreinstecken kann.“
SOZIALE STELLUNG
Bereits 1659 gab es besoldete Lehrer in Wald und Ried. In der Kirchengutsrechnung taucht ein Betrag von vier Pfund auf, gezahlt für Schulstubenmiete an Hans Brändli im Raad. Der Lohn allerdings war und blieb karg. Lehrer genossen keinen guten Ruf. Wiederholte Einsprachen gegen die miserable Bezahlung, etwa in Ried, stiessen bei der Behörde auf taube Ohren.
DIE HELFEREI
Spätestens zur Reformationszeit war ein Diakon mit der Führung der Hauptschule Wald beauftragt. Bald waren es so viele Kinder, dass man Helfer benötigte. Als Schulort wird 1640 das Haus „Helferei“ am Dorfplatz erwähnt.
ZWINGLIS IDEE
Die Kirche als treibende Kraft gegen den Analphabetismus: Huldrych Zwingli wollte, dass jeder die Bibel lesen könne. In der Folge blieb der Bildungsauftrag fest in kirchlicher Hand. Dies änderte sich erst mit den Umwälzungen des Ustertags.
OHNE AUSBILDUNG
Verbindliche Lehrpläne gab es ebenso wenig wie eine pädagogische Ausbildung. Für die Lehrer hiess das: learning by doing.
SCHULPFLICHT
Ende des 18. Jahrhunderts galt Schulpflicht vom sechsten bis zum zwölften Lebensjahr. Allerdings liess der Schulbesuch oft zu wünschen übrig. „Die Kinder haben sich entschuldigt und konnten aus Mangel an Kleidern den Unterricht nicht besuchen“, notiert etwa Schulmeister Hess im Ried.
ALBIN ZOLLINGER
Der Schweizer Dichter und Schriftsteller Albin Zollinger unterrichtete 1916 kurze Zeit in Mettlen. Seine Schüler zeigten ihm offenbar, wer hier der Stärkere war. „Hab ich es mit Wunderkindern zu tun, die ohne Kehlkopf zur Welt gekommen sind?“, klagt er in einem Brief: „Meine Schüler wissen alles, was Menschenbegehr! Ich werde mir demnächst die Hosentaschen vergrössern lassen, damit ich die Hände bequemer dreinstecken kann.“
WALDS WACHTSCHULEN
Wie so vieles andere auch, nahmen die Aussenwachten das Thema Schulbildung selbst in die Hand: Die weiten Wege nach Wald waren nicht akzeptabel. Also mussten sie die Schulbildung selbst organisieren.
BILDUNG IN EIGENREGIE
Wald ist heute stolz auf seine Wachtschulen, die eine individuelle und intensive Betreuung ermöglichen. Dem Trend sinkender Schülerzahlen begegneten einige Schulen mit der Einrichtung von Ganztagsbetreuung.
PRAGMATISCHE PIONIERE
Unterrichtet wurde zunächst entweder direkt in der Wohnstube des Lehrers oder in angemieteten Räumen. In Hittenberg zum Beispiel wurde ein eigenes Waldstück angekauft, um die Schulstube heizen zu können.
MEHR SCHULE FÜR MEHR KINDER
Mit der erstarkenden Heimindustrie sank auch die Kindersterblichkeit. Entsprechend erlebten die Wachtschulen ihre Blütezeit und ständige Anpassungen an die kontinuierlich steigenden Schülerzahlen.
EIN LEHRERSEMINAR IN WALD?
Erst unter dem Einfluss Johann Heinrich Pestalozzis (1746–1827) und zur Zeit der Helvetischen Republik gibt es Bestrebungen, im Kanton Zürich ein Lehrerseminar einzurichten. Es sollte in der Helferei in Wald untergebracht werden. Der Plan zerschlägt sich.
MÄSSIGE ANSPRÜCHE
Bis dahin wurden offene Stellen von der Kanzel herab verkündet. Der Pfarrer prüfte Bewerber, ob sie lesen, schreiben und gut singen konnten sowie sich etwas in der Bibel auskannten. Die wenigen Schulbücher waren kein Unterrichtsmaterial. Die Kinder lernten mit ihnen lediglich das Buchstabieren.
ZWEI HERREN DIENEN
Zwei Wirtschaften gab es im Hüebli, eine direkt neben dem Schulhaus sowie die „Sennhütte“. Deren Wirt war zugleich Schulpflegepräsident. Der Lehrer tat gut daran, sich mit beiden Herren gut zu stellen. Also beehrte er regelmässig beide Wirtschaften am selben Abend. Immer wieder mussten Schulmeister wegen Alkoholkonsums aus dem Verkehr gezogen werden.
WALDS WACHTSCHULEN
Wie so vieles andere auch, nahmen die Aussenwachten das Thema Schulbildung selbst in die Hand: Die weiten Wege nach Wald waren nicht akzeptabel. Also mussten sie die Schulbildung selbst organisieren.
BILDUNG IN EIGENREGIE
Wald ist heute stolz auf seine Wachtschulen, die eine individuelle und intensive Betreuung ermöglichen. Dem Trend sinkender Schülerzahlen begegneten einige Schulen mit der Einrichtung von Ganztagsbetreuung.
PRAGMATISCHE PIONIERE
Unterrichtet wurde zunächst entweder direkt in der Wohnstube des Lehrers oder in angemieteten Räumen. In Hittenberg zum Beispiel wurde ein eigenes Waldstück angekauft, um die Schulstube heizen zu können.
MEHR SCHULE FÜR MEHR KINDER
Mit der erstarkenden Heimindustrie sank auch die Kindersterblichkeit. Entsprechend erlebten die Wachtschulen ihre Blütezeit und ständige Anpassungen an die kontinuierlich steigenden Schülerzahlen.
EIN LEHRERSEMINAR IN WALD?
Erst unter dem Einfluss Johann Heinrich Pestalozzis (1746–1827) und zur Zeit der Helvetischen Republik gibt es Bestrebungen, im Kanton Zürich ein Lehrerseminar einzurichten. Es sollte in der Helferei in Wald untergebracht werden. Der Plan zerschlägt sich.
MÄSSIGE ANSPRÜCHE
Bis dahin wurden offene Stellen von der Kanzel herab verkündet. Der Pfarrer prüfte Bewerber, ob sie lesen, schreiben und gut singen konnten sowie sich etwas in der Bibel auskannten. Die wenigen Schulbücher waren kein Unterrichtsmaterial. Die Kinder lernten mit ihnen lediglich das Buchstabieren.
ZWEI HERREN DIENEN
Zwei Wirtschaften gab es im Hüebli, eine direkt neben dem Schulhaus sowie die „Sennhütte“. Deren Wirt war zugleich Schulpflegepräsident. Der Lehrer tat gut daran, sich mit beiden Herren gut zu stellen. Also beehrte er regelmässig beide Wirtschaften am selben Abend. Immer wieder mussten Schulmeister wegen Alkoholkonsums aus dem Verkehr gezogen werden.
OBERSTUFE
Wald war eine der ersten Gemeinden überhaupt mit einer Oberstufe. Nach dem Ustertag 1830 wurde das Bildungssystem grundlegend geändert. Der neue Schultyp sollte neue Chancen für die Jugendlichen eröffnen.
TURNEN AM TURM
Eigentlich sollte die neue Sekundarschule in der Helferei einziehen. Der Plan war nicht umzusetzen. Stattdessen wird die Helfereischule 1834 aufgehoben. Dafür zahlte der Staat eine Abfindungssumme an die Gemeinde: Die Zinsen sollten der finanzielle Grundstock für die neue Schule sein. Wieder einmal begann der Schulunterricht in Privathäusern. Erst als die Primarschule in das heutige Gemeindehaus zog, fand die Sekundarschule 1839 im Schulhaus neben der reformierten Kirche Platz. Auf dem Pflanzland der Lehrer entstand 1880 ein Turnplatz.
DIE BURG
Die Schülerzahlen nahmen zu – schnell war das Haus zu klein. Die Klassen wurden geteilt. Trotzdem musste ein Neubau her. Die Entscheidung fiel zugunsten der unteren Kühweid. Die Einweihung des neuen Schulgebäudes fand 1902 statt.
GROSSE SPRÜNGE
Die anstehende Erweiterung 1963 war eine richtig grosse Investition. Für kein anderes Bauprojekt hatten die Stimmbürger jemals mehr Geld bewilligt: mehr als zwei Millionen Franken.
OBERSTUFE
Wald war eine der ersten Gemeinden überhaupt mit einer Oberstufe. Nach dem Ustertag 1830 wurde das Bildungssystem grundlegend geändert. Der neue Schultyp sollte neue Chancen für die Jugendlichen eröffnen.
TURNEN AM TURM
Eigentlich sollte die neue Sekundarschule in der Helferei einziehen. Der Plan war nicht umzusetzen. Stattdessen wird die Helfereischule 1834 aufgehoben. Dafür zahlte der Staat eine Abfindungssumme an die Gemeinde: Die Zinsen sollten der finanzielle Grundstock für die neue Schule sein. Wieder einmal begann der Schulunterricht in Privathäusern. Erst als die Primarschule in das heutige Gemeindehaus zog, fand die Sekundarschule 1839 im Schulhaus neben der reformierten Kirche Platz. Auf dem Pflanzland der Lehrer entstand 1880 ein Turnplatz.
DIE BURG
Die Schülerzahlen nahmen zu – schnell war das Haus zu klein. Die Klassen wurden geteilt. Trotzdem musste ein Neubau her. Die Entscheidung fiel zugunsten der unteren Kühweid. Die Einweihung des neuen Schulgebäudes fand 1902 statt.
GROSSE SPRÜNGE
Die anstehende Erweiterung 1963 war eine richtig grosse Investition. Für kein anderes Bauprojekt hatten die Stimmbürger jemals mehr Geld bewilligt: mehr als zwei Millionen Franken.