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Bauern am Berg: Hüebli

GESCHICHTEN
LEBEN AM HANG
LEBEN AM HANG

LEBEN AM HANG

Yvonne Kathriner

ERLI

HISCHWIL

SCHEIDEGG

    LEBEN AM HANG

    Yvonne Kathriner

    ERLI

    HISCHWIL

    SCHEIDEGG

      LEBEN AM HANG
      LEBEN AM HANG

      LEBEN AM HANG

      Leben im Hüebli heisst: Leben am Hang. Gut 400 Höhenmeter sind es von dort bis hinauf zur Scheidegg. Entsprechend mühsam ist die Arbeit im Wald und auf den Wiesen. 

      SCHÖN ...

      Die besondere Lage führte dazu, dass die Bauern nur relativ kleine und vergleichsweise unwirtliche Landflächen überhaupt bewirtschaften konnten. 

      ... KLEINTEILIG UND STEIL

      Es mangelt schlichtweg an flachem Ackerland.

      ABGESCHIEDEN

      Der Abstieg ins Dorf war überaus beschwerlich. Und ausserdem: Was sollte man da? Über lange Zeit war es für Menschen im Hüebli sehr viel einfacher, nach Ried zu kommen, das etwas auf gleicher Höhe liegt, als hinunter in die Dorfwacht zu steigen.. Wie in den anderen Aussenwachten auch trug diese geographische Besonderheit  wesentlich zur gewachsenen Eigenständigkeit bei.

      SONNIGE LAGEN

      Ein Vorteil, immerhin: Der Südhang fängt viel Sonne ein.

        LEBEN AM HANG

        Leben im Hüebli heisst: Leben am Hang. Gut 400 Höhenmeter sind es von dort bis hinauf zur Scheidegg. Entsprechend mühsam ist die Arbeit im Wald und auf den Wiesen. 

        SCHÖN ...

        Die besondere Lage führte dazu, dass die Bauern nur relativ kleine und vergleichsweise unwirtliche Landflächen überhaupt bewirtschaften konnten. 

        ... KLEINTEILIG UND STEIL

        Es mangelt schlichtweg an flachem Ackerland.

        ABGESCHIEDEN

        Der Abstieg ins Dorf war überaus beschwerlich. Und ausserdem: Was sollte man da? Über lange Zeit war es für Menschen im Hüebli sehr viel einfacher, nach Ried zu kommen, das etwas auf gleicher Höhe liegt, als hinunter in die Dorfwacht zu steigen.. Wie in den anderen Aussenwachten auch trug diese geographische Besonderheit  wesentlich zur gewachsenen Eigenständigkeit bei.

        SONNIGE LAGEN

        Ein Vorteil, immerhin: Der Südhang fängt viel Sonne ein.

          LANDWIRTSCHAFT
          LANDWIRTSCHAFT

          LANDWIRTSCHAFT

          Die schwierige und mühsame Landwirtschaft zwang die Kleinbauern im Hüebli schon früh, sich um zusätzliche Erwerbsquellen zu bemühen.

          NEBENERWERB

          Eine dieser zusätzlichen Einnahmequellen wurde die Herstellung von Holzwerkzeug. Ein „Hanfäckerli“ vor dem Hof diente dem Anbau von Hanf. Die Fasern der Nutzhanfpflanze wurden später in der Stube zu Garn versponnen.

          HEIMARBEIT

          Entsprechend verbreitet war das Heimspinnen und später Heimweben gerade im Hüebli: Der Rohstoff wuchs direkt vor der Tür.

            LANDWIRTSCHAFT

            Die schwierige und mühsame Landwirtschaft zwang die Kleinbauern im Hüebli schon früh, sich um zusätzliche Erwerbsquellen zu bemühen.

            NEBENERWERB

            Eine dieser zusätzlichen Einnahmequellen wurde die Herstellung von Holzwerkzeug. Ein „Hanfäckerli“ vor dem Hof diente dem Anbau von Hanf. Die Fasern der Nutzhanfpflanze wurden später in der Stube zu Garn versponnen.

            HEIMARBEIT

            Entsprechend verbreitet war das Heimspinnen und später Heimweben gerade im Hüebli: Der Rohstoff wuchs direkt vor der Tür.

              FRAUEN AN DIE MACHT
              FRAUEN AN DIE MACHT

              FRAUEN AN DIE MACHT

              Durch ihre Heimarbeit trugen Frauen ganz wesentlich zum Lebensunterhalt der Familie bei. Auch Kinder mussten selbstverständlich mithelfen. Der Sinn von regelmässigem Schulbesuch war in solchen armen Familien nicht einfach zu erklären: Bildung muss man sich erst einmal leisten können! 

              WEGE AUS DER ARMUT

              Das gesponnene Garn wurde auf dem Markt gehandelt. Später entwickelte sich das so genannte Verlagswesen – ein Logistik-System: Fergger kümmerten sich um die Belieferung mit Rohstoff, holten die fertigen Produkte ab und besorgten die Bezahlung im Auftrag der Fabrikanten. Die Fergger waren also keine Zwischenhändler, sondern organisierten die Lieferkette im Namen ihrer Auftraggeber.

              WACHSENDE UNABHÄNGIGKEIT

              Mit der Zeit konnten sich manche Familien einen bescheidenen Wohlstand erarbeiten. Anders als in der Landwirtschaft war durch die Heimarbeit der Frauen mehr oder weniger saisonunabhängig Geld im Haus.

              NEUE VERSUCHUNGEN

              Nicht alle konnten mit dem relativen Wohlstand umgehen. Klagen über ausufernden Alkoholkonsum und Müssiggang wurden laut. Man muss allerdings einschränken: Es gab in den Aussenwachten nur wenige Möglichkeiten, die beschränkte Freizeit zu verbringen. Die Wirtshäuser allerdings konnten sich über Zulauf nicht beklagen.

                FRAUEN AN DIE MACHT

                Durch ihre Heimarbeit trugen Frauen ganz wesentlich zum Lebensunterhalt der Familie bei. Auch Kinder mussten selbstverständlich mithelfen. Der Sinn von regelmässigem Schulbesuch war in solchen armen Familien nicht einfach zu erklären: Bildung muss man sich erst einmal leisten können! 

                WEGE AUS DER ARMUT

                Das gesponnene Garn wurde auf dem Markt gehandelt. Später entwickelte sich das so genannte Verlagswesen – ein Logistik-System: Fergger kümmerten sich um die Belieferung mit Rohstoff, holten die fertigen Produkte ab und besorgten die Bezahlung im Auftrag der Fabrikanten. Die Fergger waren also keine Zwischenhändler, sondern organisierten die Lieferkette im Namen ihrer Auftraggeber.

                WACHSENDE UNABHÄNGIGKEIT

                Mit der Zeit konnten sich manche Familien einen bescheidenen Wohlstand erarbeiten. Anders als in der Landwirtschaft war durch die Heimarbeit der Frauen mehr oder weniger saisonunabhängig Geld im Haus.

                NEUE VERSUCHUNGEN

                Nicht alle konnten mit dem relativen Wohlstand umgehen. Klagen über ausufernden Alkoholkonsum und Müssiggang wurden laut. Man muss allerdings einschränken: Es gab in den Aussenwachten nur wenige Möglichkeiten, die beschränkte Freizeit zu verbringen. Die Wirtshäuser allerdings konnten sich über Zulauf nicht beklagen.

                  GENIALE IDEE: DAS FLARZ-HAUS
                  GENIALE IDEE: DAS FLARZ-HAUS

                  GENIALE IDEE: DAS FLARZ-HAUS

                  Wohlstand heisst Wachstum. Menschen siedeln sich neu an. Parallel dazu sinkt die Kindersterblichkeit. Das bedeutet: Familien werden grösser. Wo sollen alle diese Menschen wohnen? Der Platz in einer Aussenwacht wie dem Hüebli bleibt beschränkt. Die typischen Flarz-Häuser entstehen.

                  WACHSENDER WOHLSTAND

                  Das Flarz-Haus ist die historische Form des Reihenhauses und eine Spezialität im Zürcher Oberland. Ein langes Haus wird in bis zu sechs schmale Wohnungen unterteilt. Damit wurde es die typische Wohnung für Kleinbauern und Arbeiter. Dass hier mehrere Familien unter einem Dach wohnen, sieht man den Flarz-Häusern schon von weitem an.

                  MEHR LICHT

                  Typisch im Flarz-Haus sind die vielen, möglichst nach Süden ausgerichteten Fenster. Damit bekamen die Bewohner in den Zimmern genügend Licht, um der Heimarbeit nachzugehen. Die Fenster konnten häufig durch so genannte Fallläden verschlossen werden.

                  ARMENHAUS

                  Die kargen Verhältnisse schweissen zusammen. Im Hüebli entsteht das erste Armenhaus der Gemeinde Wald.

                  STOLZE UNABHÄNGIGKEIT

                  Auch den Schulbau nehmen die Anwohner selbst in die Hand. Und die Wasserversorgung. Und die Feuerwehr. Die Menschen im Hüebli waren stolz auf ihre Unabhängigkeit.

                    GENIALE IDEE: DAS FLARZ-HAUS

                    Wohlstand heisst Wachstum. Menschen siedeln sich neu an. Parallel dazu sinkt die Kindersterblichkeit. Das bedeutet: Familien werden grösser. Wo sollen alle diese Menschen wohnen? Der Platz in einer Aussenwacht wie dem Hüebli bleibt beschränkt. Die typischen Flarz-Häuser entstehen.

                    WACHSENDER WOHLSTAND

                    Das Flarz-Haus ist die historische Form des Reihenhauses und eine Spezialität im Zürcher Oberland. Ein langes Haus wird in bis zu sechs schmale Wohnungen unterteilt. Damit wurde es die typische Wohnung für Kleinbauern und Arbeiter. Dass hier mehrere Familien unter einem Dach wohnen, sieht man den Flarz-Häusern schon von weitem an.

                    MEHR LICHT

                    Typisch im Flarz-Haus sind die vielen, möglichst nach Süden ausgerichteten Fenster. Damit bekamen die Bewohner in den Zimmern genügend Licht, um der Heimarbeit nachzugehen. Die Fenster konnten häufig durch so genannte Fallläden verschlossen werden.

                    ARMENHAUS

                    Die kargen Verhältnisse schweissen zusammen. Im Hüebli entsteht das erste Armenhaus der Gemeinde Wald.

                    STOLZE UNABHÄNGIGKEIT

                    Auch den Schulbau nehmen die Anwohner selbst in die Hand. Und die Wasserversorgung. Und die Feuerwehr. Die Menschen im Hüebli waren stolz auf ihre Unabhängigkeit.

                      ZWEI PIONIERE
                      ZWEI PIONIERE

                      ZWEI PIONIERE

                      Zwei Männer aus dem Hüebli treiben die Industrialisierung in Wald massgeblich voran. In ihren Fabriken, die sie unten im Dorf aufbauen, bieten Jakob Oberholzer und Johann Schaufelberger vielen Menschen Arbeit und Auskommen. Damit verursachen sie aber auch ein bislang unbekanntes Phänomen in Wald: Die Menschen verlassen ihre Heimat in den Aussenwachten, um in der Dorfwacht ein neues Leben zu beginnen.

                      JAKOB OBERHOLZER

                      Jakob Oberholzers Geburtshaus ist bis heute bewohnt.

                      JOHANN SCHAUFELBERGER

                      Das Geburtshaus Johann Schaufelbergers in unmittelbarer Nachbarschaft zur Familie von Jakob Oberholzer.

                        ZWEI PIONIERE

                        Zwei Männer aus dem Hüebli treiben die Industrialisierung in Wald massgeblich voran. In ihren Fabriken, die sie unten im Dorf aufbauen, bieten Jakob Oberholzer und Johann Schaufelberger vielen Menschen Arbeit und Auskommen. Damit verursachen sie aber auch ein bislang unbekanntes Phänomen in Wald: Die Menschen verlassen ihre Heimat in den Aussenwachten, um in der Dorfwacht ein neues Leben zu beginnen.

                        JAKOB OBERHOLZER

                        Jakob Oberholzers Geburtshaus ist bis heute bewohnt.

                        JOHANN SCHAUFELBERGER

                        Das Geburtshaus Johann Schaufelbergers in unmittelbarer Nachbarschaft zur Familie von Jakob Oberholzer.

                          DIE SCHEIDEGG
                          DIE SCHEIDEGG

                          DIE SCHEIDEGG

                          Vom Hüebli ist noch nicht Ende der Fahnenstange. Von hier aus bleibt es ein steiler Aufstieg auf die Scheidegg. Wer will, kann dafür verschlungene und verwunschene Pfade wählen. Die Mühe lohnt sich auch für alle, die dann nicht herunter fliegen. Die Scheidegg ist übrigens auch ein Geheimtipp für laue Sommerabende. Oder um das Seenachtfest in Rapperswil ungestört vom Panoramaplatz aus zu beobachten.

                          HOCH HINAUS

                          Wald ist und bleibt ein Paradies für Luftikusse. Die Luftraumstruktur ist ein wenig kompliziert: Wer über Zürich fliegt, streift mit einiger Wahrscheinlichkeit Wald. Als Trost gilt die Scheideggflieger-Weisheit: „Nach Rapperswil geht‘s immer“.

                          WEITE HORIZONTE

                          Früher flogen ausgewachsene Segelflieger von der Scheidegg. Heute zieht der Hybrid-Flieger Archeopteryx regelmässig seine Runden. Wenn die Luft surrt, dann sind die Modellflieger am Werk und zelebrieren ferngesteuerte Luftakrobatik..

                            DIE SCHEIDEGG

                            Vom Hüebli ist noch nicht Ende der Fahnenstange. Von hier aus bleibt es ein steiler Aufstieg auf die Scheidegg. Wer will, kann dafür verschlungene und verwunschene Pfade wählen. Die Mühe lohnt sich auch für alle, die dann nicht herunter fliegen. Die Scheidegg ist übrigens auch ein Geheimtipp für laue Sommerabende. Oder um das Seenachtfest in Rapperswil ungestört vom Panoramaplatz aus zu beobachten.

                            HOCH HINAUS

                            Wald ist und bleibt ein Paradies für Luftikusse. Die Luftraumstruktur ist ein wenig kompliziert: Wer über Zürich fliegt, streift mit einiger Wahrscheinlichkeit Wald. Als Trost gilt die Scheideggflieger-Weisheit: „Nach Rapperswil geht‘s immer“.

                            WEITE HORIZONTE

                            Früher flogen ausgewachsene Segelflieger von der Scheidegg. Heute zieht der Hybrid-Flieger Archeopteryx regelmässig seine Runden. Wenn die Luft surrt, dann sind die Modellflieger am Werk und zelebrieren ferngesteuerte Luftakrobatik..