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GESCHICHTEN. Bilderzählungen

FRÜHE HEIMARBEIT

  • TITEL DER GESCHICHTE: FRÜHE HEIMARBEIT
  • Teaser Image BG: FRÜHE HEIMARBEIT
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    • Image: FRÜHE HEIMARBEIT, Bildlegende:

      Schon um 1350 wurde in Wald nachweislich Wolle aus Mesopotamien verarbeitet. Kaufleute importierten sie aus Venedig. Die fertigen Produkte wiederum wurden bis nach Holland vertrieben.

    • Image: DIE FRAUEN BRINGEN'S, Bildlegende:

      "Drei Unterröck sind mehr wert als sechs Hosenbei": Diese Walder Lebensweisheit wurde zur sprichwörtlichen Redensart. Sie beschreibt nicht nur, wie unentbehrlich die Frauen in den meist bäuerlichen Familien waren. Sondern auch, wie entscheidend sie durch die textile Heimarbeit zum Lebensunterhalt beitrugen.

    • Image: LOKALE GARNMÄRKTE, Bildlegende:

      Angebot und Nachfrage wurden auf den lokalen Garnmärkten verhandelt. In Ortschaften wie Gossau oder Wetzikon breitete sich deshalb schon früher Heimarbeit aus. Die Wege zu den Märkten waren in diesen Orten bei weitem nicht so beschwerlich wie aus dem abgelegenen Wald.

    • Image: ALLE SPINNEN, Bildlegende:

      Die Summe macht's: Im gesamten Zürcher Oberland gab es 1.000 Spinner.

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ARBEITER UND FABRIKANTEN

  • TITEL DER GESCHICHTE: ARBEITER UND FABRIKANTEN
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    • Image: ARBEITER UND FABRIKANTEN, Bildlegende:

      Das harte Leben der Fabrikarbeiter stand in deutlichem Kontrast zum schnell wachsenden Wohlstand der Fabrikanten.

    • Image: ARBEITSBEDINGUNGEN, Bildlegende:
      Harte Arbeit und lange Tage waren die früheren Bauern und Heimarbeiter bereits gewohnt. Neu war der streng getaktete Schichtdienst. 1866 betrug der Lohn eines Arbeiters bei einer Arbeitszeit von 12 bis 13 Stunden 80 Rappen bis 4 Franken. Der jährliche Mietzins für eine Arbeiterwohnung betrug 90 bis 150 Franken.
    • Image: RELATIVER AUFSTIEG, Bildlegende:

      Doch selbst diese harten Arbeitsbedingungen bedeuteten einen relativen Aufstieg für viele Menschen. Gleichzeitig trugen die Fabrikbesitzer ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko. Ohne die Fabriken hätten viele Walder überhaupt keine Beschäftigung gehabt: Von 3808 Einwohnern galten Mitte des 19. Jahrhunderts 2250 als bedürftig.

    • Image: FABRIKGESETZ, Bildlegende:

      Ein Fabrikgesetz bringt 1877 den 11-Stunden-Tag. In der Stadt Zürich wird es von der jungen Arbeiterbewegung gefeiert. Das Stimmenverhältnis im Bezirk Hinwil spricht eine andere Sprache: 4206 hatten sich gegen das Gesetz ausgesprochen (bei 1645 Befürwortern).

    • Image: ARBEIT UND MÜSSIGGANG, Bildlegende:

      Gewerkschaften und Arbeiterbewegung hatten in Wald einen schweren Stand. Bereits 1870 hatte das Stimmvolk ein Arbeitsgesetz verworfen. Als 1875 Kantonsrat Rudolf Morf in Wald für die Einführung des 10-Stunden-Tages werben will, wird er von einer Gruppe Demonstranten empfangen. Ihre Botschaft, auf ein Schild geschrieben: „Zur Arbeit, nicht zum Müssiggang sind wir, Herr Morf, auf Erden.“

    • Image: PERSÖNLICHE FREIHEIT, Bildlegende:

      Die Versammlung beschliesst mit 263 zu 3 Stimmen folgenden Antrag: „Die Versammlung wünscht, die Gesetzgebung solle keinerlei Bestimmung über die Arbeitszeit der Erwachsenen treffen, weil sie einen solchen Eingriff als der persönlichen Freiheit zuwiderlaufend betrachtet.“

    • Image: STREIK!, Bildlegende:

      Die Weltwirtschaftskrise 1931 erfasst auch die Schweizer Textilindustrie. Ein neues Websystem stoppte erstmals automatisch bei Fadenriss. Weber mussten neu sechs Spulen bedienen statt bisher drei oder vier. Die Arbeiter in der Bleiche bekamen 20 Prozent weniger Lohn. Ein Streikkomitee wurde gegründet, es gab Solidaritätsbekundungen anderer Firmen und Gemeinden. Hitzige Auseinandersetzungen wurden im „Volksblatt vom Bachtel“ ausgetragen. Der Streik dauerte über 13 Wochen.

    • Image: KINDERARBEIT, Bildlegende:

      Kinderarbeit war selbstverständlich. Die Mithilfe des eigenen Nachwuchs war unverändert wichtiger und kaum hinterfragter Zusatzverdienst. Selbst fortschrittlich denkende Menschen fanden, dass Kinder bei der Arbeit in der Fabrik besser aufgehoben seien als unbewacht zuhause.

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SAGENRAINTOBEL

  • TITEL DER GESCHICHTE: SAGENRAINTOBEL
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    • Image: SAGENRAINTOBEL, Bildlegende:

      Wie selbstverständlich gehört das Sagenraintobel zu Wald. Es ist ein verwunschenes Erholungsgebiet direkt vor der Haustür.

    • Image: SAGENRAINTOBEL, Bildlegende:

      Das Idyll lebt. Besonders an heissen Tagen wird entlang des Schmittenbachs gejoggt, gewandert und gebrötelt. Die Feuerstellen sind begehrt. 

    • Image: SAGENRAINTOBEL, Bildlegende:

      Doch selbst zur Hochsaison gibt es noch genügend stille Flecken, um dem Alltag zu entfliehen und die Gedanken wandern zu lassen.

    • Image: SAGENRAINTOBEL, Bildlegende:

      Das Walder Sagenraintobel ist Entschleunigung pur. Wer sich die Zeit nimmt, mit allen Sinnen auf Details zu achten, wird besonders belohnt.

    • Image: SAGENRAINTOBEL, Bildlegende:

      Frühaufsteher erleben die besondere Magie des Ortes, sobald die ersten Sonnenstrahlen durch die Zweige brechen. Kann es eine schönere Licht-Show geben?

    • Image: SAGENRAINTOBEL, Bildlegende:

      Morgens ändert sich das Farbenspiel im Minutentakt.

    • Image: SAGENRAINTOBEL, Bildlegende:

      Und Schritt für Schritt.

    • Image: SAGENRAINTOBEL, Bildlegende:

      Immer wieder lohnt auch der Blick zurück: die kleinen Dinge verstecken sich gerne.

    • Image: SAGENRAINTOBEL, Bildlegende:

      Wer durchs Tobel wandert, wechselt ständig die Seiten – und damit seine Perspektive.

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DIE URSPRÜNGE WALDS

  • TITEL DER GESCHICHTE: DIE URSPRÜNGE WALDS
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    • Image: DIE URSPRÜNGE WALDS, Bildlegende:
      Der Weiler Rickenbach ist die Keimzelle der Gemeinde Wald. Hier siedelten nachweislich bereits um das Jahr 820 Menschen.
    • Image: STIFTUNGSURKUNDE, Bildlegende:

      Eine Stiftungsurkunde vom 13. Mai 820 ist das erste schriftliche Zeugnis. Mehr dazu in der Geschichte Wald.

    • Image: HOF WALD, Bildlegende:

      Die Menschen vom Hof Waldwaren damit den Vögten des Klosters Schänis unterstellt und gehörten ab 1264 zu den Grafen von Habsburg.

    • Image: FREIE GOTTESHAUSLEUT, Bildlegende:

      Als Freie Gotteshausleut' unter den Habsburgern mussten die Walder nie länger als einen Tag Kriegsdienst führen. Sie rückten am Morgen aus, und mit Sonnenuntergang kehrten sie nach Hause zurück.

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WALDS SONNENSEITE

  • TITEL DER GESCHICHTE: WALDS SONNENSEITE
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    • Image: WALDS SONNENSEITE, Bildlegende:
      Hittenberg ist die Sonnenseite Walds. Hier gab und gibt es Flächen für eine florierende Landwirtschaft. Entsprechend gross wurden die Höfe. Ihre Bauern waren in der Regel im Dorf angesehen Persönlichkeiten.
    • Image: STUFENLANDSCHAFT, Bildlegende:

      Von Hittenberg aus gut zu erkennen: die gletschergeprägte Stufenlandschaft, auf der sich Wald und seine Aussenwachten verteilt.

    • Image: GEFÄLLIGES GEFÄLLE, Bildlegende:

      Steilhänge gibt es anderswo... Hier, auf der Rückseite fällt das Gelände sanft ab.

    • Image: GRABENBRUCH, Bildlegende:

      Im Endstadium der Alpenbildung schoben sich Kalkschichten im Gebiet des Speers über die Schuttfächer im Hörnlidelta und stauchten die Nagelfluhschichten zum Rickengewölbe auf. Diese Schichten brachen auf und erodierten vor allem im Gebiet des Rickenpasses. Die Bruchlinie führt mitten durch die Gemeinde Wald und ist der eigentliche Grund für die Entstehung des Sagenraintobels.

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AKRIBISCHE RECHERCHEN

  • TITEL DER GESCHICHTE: AKRIBISCHE RECHERCHEN
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    • Image: AKRIBISCHE RECHERCHEN, Bildlegende:

      Den Zuschlag für das kantonale Lungensanatorium bekommt man nicht einfach nur für  schöne Landschaft alleine. Der Gewerbeverein will es genau wissen und sammelt an möglichen Standorten akribisch Wetterdaten. Wald kam auf 289 Stunden Sonnenschein – verglichen mit mageren 132 Stunden in Zürich. „Zwei Stunden Vorsprung auf Davos“, hielt das Messprotokoll im Dezember 1896 zufrieden fest. Ausserdem: „Temperatur günstiger als Zürich, Windverhältnisse ebenfalls, Wasser als vorzüglich befunden.“

    • Image: ZUSCHLAG MIT AUFLAGEN, Bildlegende:

      Das Wunder geschah. Wald erhielt den Zuschlag. Allerdings waren damit Auflagen verknüpft. Es musste eine neue Zufahrtstrasse gebaut werden – die heutige Sanatoriumstrasse – sowie Trinkwasser in ausreichender Menge verfügbar gemacht werden.

    • Image: ZUR FEIER DES TAGES, Bildlegende:

      „Die Freude über diesen Beschluss war bei einigen so gross, dass sie es sich nicht nehmen lassen wollten, Donnerstag vormittag das Ereignis dadurch laut zu verkünden, dass sie die Gemeindemörser, die seit einigen Jahren gute Ruhe gehabt, auf dem Zelgli aufpflanzten und wiederholt Geschützsalven in die kühle Herbstluft erdröhnen liessen.“ (Volksblatt vom Bachtel, 3. Oktober 1897)

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GÜNTISBERG

  • TITEL DER GESCHICHTE: GÜNTISBERG
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    • Image: GÜNTISBERG, Bildlegende:
      Güntisberg thront auf der Batzbergschulter. Die Siedlung ist hier stark bäuerlich geprägt. Es gibt hier oben  eben genügend ebene Flächen, die sich für Landwirtschaft eignen.
    • Image: DIE SAGE VOM GALLIQUELL, Bildlegende:

      „Der heilige Gallus reiste einst an den Bodensee hinaus. Auf dem langen Weg hatte er grossen Durst bekommen, und er wollte ihn an einem Brunnen in Tuggen löschen. Aber das Tuggener Wasser schmeckte ihm nicht, und er pilgerte durstig weiter über Berg und Tal. In der Nähe des Örtchens Güntisberg sah er auf einmal eine Quelle silberhell aus dem Boden springen. Der Heilige bückte sich zu dem Wasser hernieder, und da es sauber und kühl war, tat er sich gütlich daran. ...

    • Image: DIE SAGE VOM GALLIQUELL, Bildlegende:

      ... Zum Danke segnete er den Quell, weswegen er bis auf den heutigen Tag Galliquell heißt. Das Wasser besass seither Wunder- und Heilskraft. Es heilte Aussätzige, wenn sie sich damit wuschen und wenn sie davon tranken. Auch noch in der neueren Zeit wurde es gerne gebraucht gegen allerlei Ausschläge.“ 1934 wurde die Quelle gefasst für die Wasserversorgung Mettlen-Güntisberg.

    • Image: WALDER ECHO, Bildlegende:

      Eine besondere Attraktion in Güntisberg ist ausgeschildert: ein Wanderweg führt zu Walds einzigem Echo. An dieser Stelle bestätigt sich eine alte Weisheit: Wie man in den Wald hineinruft, so tönt es heraus. Einfach einmal bei der nächsten Wanderung ausprobieren!

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AUFSCHWUNG MIT DEM MARKTRECHT

  • TITEL DER GESCHICHTE: AUFSCHWUNG MIT DEM MARKTRECHT
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    • Image: AUFSCHWUNG MIT DEM MARKTRECHT, Bildlegende:

      Wald erhält 1621 das Marktrecht. Vom 10. Oktober datiert die Urkunde, „nach welcher unsere grändigen Herren und Oberen, Burgermeister und Rat der Stadt Zürich ihren getreuen, lieben Untertanen im Hof Wald in ihrer Herrschaft Grüningen, auf ihr untertäniges Anhalten und Bitten um ihrer, wie auch ihrer Nachbarn besserer Kommlichkeit, Nutzens und Gelegenheit willn, gnädiglich hinfür alle Donnerstag daselbst im Dorf einen freien offenen Wochenmarkt zu halten und gebrauchen, auch alte Rechte und Freiheiten, wie andere dergleichen Märkte im Kaufen und Verkaufen, gewähren“.

    • Image: WALD WIRD ZUM HANDELSPLATZ, Bildlegende:

      Der Walder Markt sei in erster Linie ein Garnmarkt, behaupteten die Nachbarn in Grüningen...

    • Image: GARN, KORN & FLEISCH, Bildlegende:

      ... aber auch landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Getreide und Fleisch wurden gehandelt.

    • Image: ÜBER GRENZEN, Bildlegende:

      Dass das Marktrecht nicht Rüti oder Wetzikon verliehen wurde, ist ein Hinweis darauf, dass Wald bereits bestehende Handelsbeziehungen über die Kantonsgrenzen hinaus etabliert hatte, etwa nach Uznach oder Lichtensteig.

    • Image: GRAUENHAFTE WEGE, Bildlegende:

      Man darf nicht vergessen, dass die Verkehrverbindungen zwischen den Orten denkbar unterentwickelt waren. Die Aussenwachten und umliegenden Gemeinden klagen, dass die Wege nach Wald "durch förchterliche Töbel gar schreckliche" seien. Das Grundtal etwa wird erst in den 1840-er Jahren für den Verkehr erschlossen.

    • Image: ALLES UNTER KONTROLLE, Bildlegende:

      Marktrecht heisst gleichzeitig Marktpflicht. Das bedeutete auch, dass das Flachsgarn nicht mehr von den Flachsgremplern an den Höfen aufgekauft werden konnte. Statt dessen musste alles auf dem Markt gehandelt werden - ordentlich gewogen und auch verzollt.

    • Image: MARKT ALS MOTOR, Bildlegende:

      Der wöchentliche Markt machte Wald zu einem kleinen Zentrum mit einem steigendem Bedarf an Dienstleistungen. In der Folge siedelten sich mehr und mehr Handwerker im Dorf an.

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SILVESTERCHLÄUSE

  • TITEL DER GESCHICHTE: SILVESTERCHLÄUSE
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    • Image: SILVESTERCHLÄUSE, Bildlegende:

      Den ganzen Silvestertag über sind in Wald die Glocken der Walder Silvesterchläuse zu hören. Wenn alle neun Chlaus-Paare abends in der Bahnhofstrasse zusammentreffen und spektakulär das Jahr ausläuten, ist das ein Pflichttermin für die Walder.

    • Image: WÜRDIGE ERSCHEINUNG, Bildlegende:

      Ein reich verzierter, bunter Umhang, weisse Strümpfe und ein Lichthut: Der Walder Silvesterchlaus ist eine würdige Erscheinung. Sein Glockenring bremst ihn etwas. Er wiegt bis zu 40 Kilogramm und entwickelt beim Tanz ordentliche Fliehkräfte. Anders als etwa in Urnäsch tragen die Walder Chläuse generell keine Masken.

    • Image: SCHABERNACK MIT ESELKOPF, Bildlegende:

      Der „Schnappesel“ als übermütiger Begleiter und Tanzpartner ist eine Schreckgestalt mit Pferd- oder Eselskopf. Die bewegliche Kinnlade klappert furchteinflössend. Das hölzern-dumpfe Schnappen ist ein eigentümlicher Klangkontrast zum Schellen der Chläuse.

    • Image: FRÜHE BRÄUCHE & SITTEN, Bildlegende:

      Früher begleiteten „Mehlhexen“ oder „Mehlfrauen“ den Silvesterchlaus. Die lehrten nicht nur die Kinder das Gruseln. Zunehmend verkleideten sich auch Auswärtige und bewarfen Passanten mit Mehl, bis man ihnen Geld gab. Die Walder beklagten sich über die „wieder einschleichende Unsitte der Fastnachts- und Klaustagsbettelei. Wer anders benutzt doch die Maske zum Betteln, als wer versichert ist, er würde ohne jene von Jedermann mit dem ‚Batz, Batz‘ tüchtig heimgeschickt werden?“

    • Image: STRENGES REGLEMENT, Bildlegende:

      Um 1860 gab es in verschiedenen Gemeinden des Zürcher Oberlandes Männer, die wochenlang von der Arbeit fernblieben – das Klausen war einfach lukrativer. Der Gemeinderat Wald schritt ein: Das Chlausen war nur noch am Silvestertag von 1.00 bis 6.00 Uhr abends gestattet. „Das in den letzten Jahren in sehr belästigender Art aufgetretene Betteln beim Neujahrswünschen ist strengstens verboten.“

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ROBERT GRIMM

  • TITEL DER GESCHICHTE: ROBERT GRIMM
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    • Image: ROBERT GRIMM, Bildlegende:

      Robert Grimm, geboren 1881 im Sagenrain, wurde zur zentralen Person der Schweizer Arbeiterbewegung. Bis 1955 sass Grimm im Nationalrat und prägte damit die Schweiz politisch als Sozialstaat.

    • Image: INTERNATIONALE KONTAKTE, Bildlegende:

      Als Chefredaktor der „Berner Tagwacht“ prägte er die Zeitung von 1909 an als Kampfblatt der Arbeiterschaft. Während des Ersten Weltkrieges wurde Grimm durch seine politische Position und seine internationalen Kontakte, etwa zu Lenin, zu einer führenden Figur der Arbeiterbewegung in Europa. Er organisierte die internationalen sozialistischen Friedenskonferenzen in Zimmerwald und Kiental.

    • Image: LANDESGENERALSTREIK, Bildlegende:

      Robert Grimm spielte eine zentrale Rolle in der Vorbereitung des Landesgeneralstreiks 1918. Dafür wurde er mit zwei Mitstreitern zu sechs Monaten Haft in Schloss Blankenburg verurteilt.

    • Image: RADIKAL UND REALISTISCH, Bildlegende:

      Vom Radikalen zum Realpolitiker. Robert Grimm gehörte innerhalb der SP dem marxistischen Zentrum zwischen dem radikalen und dem reformistischen Flügel an. Als Verfasser des Parteiprogramms von 1935 machte er die Sozialdemokratie durch die Absage an die proletarische Diktatur und die Bejahung der Landesverteidigung regierungstauglich.

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WALD − RÜTI

  • TITEL DER GESCHICHTE: WALD − RÜTI
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    • Image: WALD − RÜTI, Bildlegende:

      Die Idee einer Bahnverbindung Wald - Rüti entsteht. Entscheidend sind die günstigen Konditionen der „Vereinigten Schweizer Bahnen“. Ausserdem wollte man die Verbindung mit den finanzstarken Gemeinden des Zürcher Oberlandes sowie der Stadt sicherstellen.

    • Image: WILDE FANTASIEN, Bildlegende:

      In der Lokalzeitung werden die wildesten Fantasien vorgestellt. Nichts scheint unmöglich: Wald - Laupen - Uznach - Wattwil... Immerhin eines war klar: Wenn es denn ein Bahnlinie geben soll, dann soll sie ausgebaut werden können für den Anschluss in die weite Welt.

    • Image: VERRÜCKTE VORSCHLÄGE, Bildlegende:

      Angesichts der starken Steigung tauchten die wildesten Vorschläge für die lokale Linienführung auf: ein Tunneldurchstich durch den Batzberg bei Kraueren-Ziegelhütte etwa. Oder südlich des Bachtel mit einem Bahnhof im Hinterdorf sowie einer Zahnradverbindung oder Kehrtunnels hinauf bis Ried.

    • Image: SCHWEIZER TUNNELBAU, Bildlegende:

      Selbst ein Tunnel durch den Bachtel wurde in Erwägung gezogen. 

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WALDS FESTMEILE

  • TITEL DER GESCHICHTE: WALDS FESTMEILE
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    • Image: WALDS FESTMEILE, Bildlegende:

      Die Bahnhofstrasse ist aus Wald nicht mehr wegzudenken. Sie ist Einkaufs- und Festmeile. Zur Fasnacht, an den Markttagen oder wenn die Silvesterchläuse das Jahr ausläuten, wird die Bahnhofstrasse kurzerhand zur Fussgängerzone, in der sich die Menschen drängen.

    • Image: FÜR ALLE, Bildlegende:

      Die Umgestaltung 2005 in eine Begegnungszone war eine wichtige Aufwertung für das Dorfleben: Sie sollte für Fussgänger attraktiv sein und zum Verweilen einladen, ohne den Verkehr ganz auszusperren.

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TEXTIL-PIONIERE

  • TITEL DER GESCHICHTE: TEXTIL-PIONIERE
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    • Image: TEXTIL-PIONIERE, Bildlegende:
      Walder Textil-Pioniere stammen aus Blattenbach: im Bild die Brüder Johannes und Kaspar Honegger. Als erfolgreiche Unternehmer hatten sie wesentlichen Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung des Dorfes.
    • Image: GEBURTSHAUS, Bildlegende:

      Die Brüder stammten aus einer armen Familie vom Tändler. Im Bild ist das Geburtshaus zu sehen.

    • Image: GETRENNTE WEGE, Bildlegende:

      Die Brüder begannen gemeinsam. Als ihre erste Fabrik in Hueb abbrannte, trennten sich ihre Wege.

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LEBEN AM HANG

  • TITEL DER GESCHICHTE: LEBEN AM HANG
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    • Image: LEBEN AM HANG, Bildlegende:

      Leben im Hüebli heisst: Leben am Hang. Gut 400 Höhenmeter sind es von dort bis hinauf zur Scheidegg. Entsprechend mühsam ist die Arbeit im Wald und auf den Wiesen. 

    • Image: SCHÖN ..., Bildlegende:

      Die besondere Lage führte dazu, dass die Bauern nur relativ kleine und vergleichsweise unwirtliche Landflächen überhaupt bewirtschaften konnten. 

    • Image: ... KLEINTEILIG UND STEIL, Bildlegende:

      Es mangelt schlichtweg an flachem Ackerland.

    • Image: ABGESCHIEDEN, Bildlegende:

      Der Abstieg ins Dorf war überaus beschwerlich. Und ausserdem: Was sollte man da? Über lange Zeit war es für Menschen im Hüebli sehr viel einfacher, nach Ried zu kommen, das etwas auf gleicher Höhe liegt, als hinunter in die Dorfwacht zu steigen.. Wie in den anderen Aussenwachten auch trug diese geographische Besonderheit  wesentlich zur gewachsenen Eigenständigkeit bei.

    • Image: SONNIGE LAGEN, Bildlegende:

      Ein Vorteil, immerhin: Der Südhang fängt viel Sonne ein.

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DIE HÖHENKLINIK

  • TITEL DER GESCHICHTE: DIE HÖHENKLINIK
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    • Image: DIE HÖHENKLINIK, Bildlegende:

      Seit 1898 ist Faltigberg Walds ureigener „Zauberberg“. In diesem Roman hatte Thomas Mann der Lungenklinik Davos zu literarischem Weltruhm verholfen. Dass auch in Wald ein Sanatorium zur Behandlung von Tuberkulose gebaut wurde, ist dem Mut und der klugen Strategie des Gewerbevereins zu verdanken.

    • Image: HEITER BIS WOLKIG, Bildlegende:

      Akribisch wurden Wetterdaten gesammelt, um das Infrastrukturprojekt gegen Mittbewerber wie Flims, Braunwald und auch Gibswil nach Wald zu holen. Ergebnis der Detektivarbeit: Auf dem Faltigberg hatte es zwei Sonnenstunden mehr als in Davos!

    • Image: RUHEN, ESSEN, WANDERN, Bildlegende:

      Die Behandlung von Turbukulose in einem Lungensanatorium war ein drängendes Problem bis weit in das 20. Jahrhundert hinein. Die Therapie beruhte auf Liegekuren, guter Ernährung und Bewegung in der Natur.

    • Image: DIE HÖHENKLINIK, Bildlegende:

      Es ist ein Blick hinab von der Höhenklinik: Bannholz liegt nur einen Steinwurf entfernt – und doch schon im Kanton St. Gallen.

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BAUBEGINN SANATORIUM

  • TITEL DER GESCHICHTE: BAUBEGINN SANATORIUM
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    • Image: BAUBEGINN SANATORIUM, Bildlegende:

      Damit Visionen Wirklichkeit werden, muss man auch Fakten schaffen. Der Baubeginn erfolgte, obwohl das nötige Geld noch lange nicht beisammen war. Zu den projektierten 520‘000 Franken fehlte immerhin noch knapp die Hälfte.

    • Image: FAKTEN SCHAFFEN, Bildlegende:

      Hinter dem mutigen Schritt stand einfaches Kalkül. Wenn bereits Arbeiten im Gange sind, seien Menschen leichter zu Spenden zu bewegen. Tatsächlich waren Ende 1898 stolze 488‘000 Franken in der Kasse. Ein Grossteil davon stammte aus der Stadt Zürich, aber auch von der Gemeinde Wald sowie privaten Geldgebern aus der Region.

    • Image: TUBERKULOSE ALS VOLKSKRANKHEIT, Bildlegende:

      Die Tuberkulose wurde als drängendes Problem wahrgenommen. Ihre wirksame Bekämpfung war ein öffentliches Anliegen: „Jeder Eingeweihte fühlt, dass die monumentalste Aufgabe des 20. Jahrhunderts darin bestehen wird, die Macht der Tuberkulose zu brechen.“ (Freiherr von Korànyi). 1901/1902 starben in der Schweiz 57 Prozent der 15-19-Jährigen an Tuberkulose, bei den 20-39-Jährigen waren es immer noch 48 Prozent. Die Tuberkulose führt noch heute die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an.

    • Image: TÜCKISCHE INFEKTION, Bildlegende:

      Tuberkulose ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit. Enge Behausungen, unzureichende Ernährung und schlechte Belüftung förderten die Verbreitung der Tuberkulose besonders in ärmeren städtischen Verhältnissen. Es herrschte die Meinung, dass die Übertragung vor allem durch Speichel entstünde – sowohl durch Husten, Ausspucken, aber auch getrocknet über Staub. Eindrücklich bebilderte Flugblätter und Plakate machten auf die Gefahren aufmerksam. Die ärmere Bevölkerung dient als abschreckendes Beispiel. Sie wird als schmutzig, verwahrlost, unordentlich und alkoholsüchtig dargestellt.

    • Image: MEDIZINISCHE HILFLOSIGKEIT, Bildlegende:

      Von 1850 an entstanden Kurkliniken für Tuberkulose-Patienten. Therapie-Grundlage waren gute Ernährung, Aufenthalt im Freien und kalte Wassergüsse. Strikt wurde auf Disziplin und Hygiene geachtet. Es ging immer auch um „eine Erziehungsschule zu richtiger Lebensführung“.

    • Image: INNOVATIVE THERAPIE-ANSÄTZE, Bildlegende:

      Die Therapie beruhte weniger auf medizinischen Erkenntnissen als auf Erfahrungswerten. Mitunter wurde Cognac verschrieben, der – wie andere Alkoholika – weithin als besonders heilkräftig galt: "...wir geben in diesen Fällen 80-100 Gramm und mehr Cognac, wovon ein Theil durch die entsprechende Menge Wein oder Champagner ersetzt werden kann."

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AKTIVE GEMEINSCHAFT

  • TITEL DER GESCHICHTE: AKTIVE GEMEINSCHAFT
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    • Image: AKTIVE GEMEINSCHAFT, Bildlegende:

      Ruth Frei

    • Image: RIED, Bildlegende:

      Ried ist sozusagen Walds Schlusspunkt. So offen das Dorf vorne über den Zürisee und in die Alpen blickt, so zugeknöpft gibt es sich an der hinteren Gemeindegrenze. Hier hält Ried Wacht. Und dazu gehören eine ganze Reihe von kleineren Siedlungen...

    • Image: RAAD
    • Image: BLICK GEGEN HUEB
    • Image: NEUTHAL
    • Image: HUEB
    • Image: JONATAL

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HOLZ VOR DER HÜTTE

  • TITEL DER GESCHICHTE: HOLZ VOR DER HÜTTE
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    • Image: HOLZ VOR DER HÜTTE, Bildlegende:
      In Mettlen findet man eher die Künstler und Handwerker. Der Stellenwert des Holzbaus ist nicht zu übersehen.
    • Image: IDYLLISCHE BESCHEIDENHEIT, Bildlegende:

      Die Leute „vom Berg“ wohnten schon immer in landschaftlich beeindruckender Gegend, aber die Beschäftigungsmöglichkeiten waren bescheiden.

    • Image: DIE STICKI, Bildlegende:

      Die „Sticki“ ist Zeugin der textilen Vergangenheit selbst in Mettlen. Es wurde nicht nur gesponnen und gewebt, sondern eben auch gestickt. An Mettlen sieht man besonders gut die problematische Entwicklung der Industrialisierung: An den Wasserläufen in Laupen entstanden neue Fabriken, viele Familien zogen deshalb aus, Wohnungen standen leer und verfielen.

    • Image: WALDER ECHO, Bildlegende:
      Um 1860 gab es in dem kleinen Ort zwei Wirtschaften. Übermässiger Alkoholgenuss führte zu Streitigkeiten. Von einem Schulmeister heisst es: „Er war ein alter Schnapser, der den letzten Zwick an der Geissel hatte.“

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EIN SOZIALES PROJEKT

  • TITEL DER GESCHICHTE: EIN SOZIALES PROJEKT
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      Die Entstehung des Sagenraintobel ist ein gutes Beispiel für die Sozialpolitik der Walder Textilunternehmen im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert.

    • Image: EIN SOZIALES PROJEKT, Bildlegende:

      Der Textilfabrikant Ferdinand Oberholzer unterstützte das Vorhaben tatkräftig, das Tobel gut zugänglich zu machen. Grosse Bereiche des Sagenraintobels befanden sich im Besitz der Familie.

    • Image: EIN SOZIALES PROJEKT, Bildlegende:

      Zentrale Idee war, Erholungsgebiet für die Arbeiterfamilien zu schaffen, das leicht zu erreichen war. Unmittelbares Vorbild war Adolf Guyer-Zeller, der in der Nähe von Bauma zwischen 1890 und 1900 sieben unterschiedliche Wanderwege nach seinen Ideen bauen liess.

    • Image: EIN SOZIALES PROJEKT, Bildlegende:

      Am 26. Juli 1902 meldet das Volksblatt vom Bachtel: „Der hiesige Verschönerungsverein, mit tatkräftiger Unterstützung des Hrn. F. Oberholzer, Fabrikant, Sagenrain, hat im Laufe dieses Jahres in aller Stille ein bescheidenes Werk erschaffen, das verdient, allen Naturfreunden zum Besuch empfohlen zu werden. Es betrifft dies die Zugänglichmachung der interessanten Tobelschlucht im Sagenrain.“...

    • Image: EIN SOZIALES PROJEKT, Bildlegende:

      ...Folgt man beim dortigen Hochkamin dem rechts abzweigenden Weg ins Sagenraintobel, so wird der Besucher mit Vergnügen gewahren, wie gut angelegte Wege durchs schattige Dunkel des Tobelwaldes führen; neuerstellte, solide Stege überbrücken den rauschenden Bach, oder gar die jungen Kunsen, die in Bildung begriffen sind. Auch an Felsblöcken, großen und kleinen, mit lustig drauflosgrünenden Tännchen fehlt es nicht...

    • Image: EIN SOZIALES PROJEKT, Bildlegende:

      ... Eine stets besetzte eigentliche Rundhöhle mit Bänken und Tischen eingangs im Tobel zeigt wie noch manch lauschiges Plätzchen mitten im Grünen drin zur Sommerszeit zum lieblichen Aufenthaltsorte werden könnte, wenn opferwillige Naturfreunde einfache Bänklein errichten wollten.“

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      Nicht nur in den diversen Webereiweihern, sogar im relativ kühlen Schmittenbach wurde gebadet. Der „Buebetümpel“ befand sich etwa 200 Meter hinter der Barriere am Tunnel; die Mädchen planschten etwas weiter unten, versteckt hinter dem Reservoir. Als Badeanzüge dienten aufgeschnitten Kissenbezüge. Das Bild zeigt Rekonstruktionen dieser pragmatischen Bademode.

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